Handball
«Wir waren nicht die Deppen»
Herr Schwalb, Glückwunsch zur Meisterschaft.
Schwalb: Wir sind noch kein Meister, die Meisterschale ist noch in Kiel.
Aber acht Punkte Vorsprung in noch sieben ausstehenden Spielen zu verdaddeln, schafft selbst der HSV Hamburg nicht, oder?
Schwalb: Das weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass noch 14 Punkte zu holen sind und wir unter anderem in Kiel und Mannheim spielen müssen.
In den vergangenen Jahren waren Ihre Spieler häufig die Deppen, weil es stets nur zur Vizemeisterschaft gereicht hat.
Schwalb: Ich sehe das nicht so negativ. Wir waren nicht die Deppen, wir haben über Jahre hinweg eine klasse Entwicklung genommen. Es braucht einige Jahre, um wirklich an der weltbesten Mannschaft vorbeizukommen. Man darf nicht vergessen, der THW Kiel ist der aktuelle Champions-League-Sieger. An dem kommt man nicht so hopplahopp vorbei.
Ist der HSV Hamburg jetzt die weltbeste Mannschaft?
Schwalb: Auf gar keinen Fall - nicht wegen eines Meistertitels. Der THW Kiel, der FC Barcelona oder Ciudad Real spielen seit einem Jahrzehnt oben mit und teilen den Champions-League-Titel unter sich auf. Soweit sind wir noch nicht, aber wir gehören sicher zu den vier, fünf besten Teams der Welt.
Fühlen Sie sich als Trainer am Höhepunkt Ihrer Karriere?
Schwalb: Wenn wir deutscher Meister werden, auf jeden Fall. Das war unser Ziel, das war es, was wir immer wollten. Das ist das Allergrößte, was du im Handball werden kannst.
Ist Hamburg so stark? Oder Kiel in diesem Jahr so schwach?
Schwalb: Das ist nicht unser Thema. Uns ist relativ egal, was andere Mannschaft machen. Du brauchst einfach ein paar Jahre, um eine Konstanz in deinem Spiel zu entwickeln, um über ein Jahr gute Leistungen zu bringen. Auch die Rhein-Neckar Löwen haben beispielsweise eine Topmannschaft. Die schafften es, in Kiel zu gewinnen, aber das ganz Jahr auf einem gleichbleibend hohen Niveau zu spielen, ist eine andere Qualität. Die Löwen sind von ihrer Entwicklung dort, wo wir vor drei, vier Jahren waren.





















