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Kasinos Sachsen-Anhalt

Neues Spiel, neues Glück?

erstellt 09.03.11, 08:27h, aktualisiert 09.03.11, 21:54h
Jetons auf einem Spieltisch
Jetons liegen auf einem Spieltisch. (FOTO: DPA)
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MAGDEBURG/DAPD. Sachsen-Anhalt hat eine Rücknahme der erst vor einem Jahr verkauften Spielbanken in Landeseigentum ausgeschlossen. Zuvor war bekannt geworden, dass der neue Eigentümer, die in Zahlungsschwierigkeiten befindliche israelisch-zypriotische Sybil-Group, die drei Kasinos weiterverkaufen wolle. „Die Sache ist für das Land erledigt. Gleichwohl prüfen wir gemeinsam mit dem Innenministerium, wie wir eine Fortführung des Spielbanken-Betriebs hinbekommen“, sagte Finanz- Staatssekretär Helmut Stegmann (SPD) der MZ.

Innenminister Holger Hövelmann (SPD), der für die Spielbanken- Aufsicht zuständig ist, erklärte auf Nachfrage, dass der Weiterverkauf geprüft werde. „Wir müssen schauen, ob der geplante neue Eigentümer die rechtlichen Voraussetzungen erfüllt.“ Um wen es sich dabei handelt, wollte er nicht sagen. Die „Magdeburger Volksstimme“ hatte berichtet, Spielbanken- Geschäftsführer Stefan Sadeh wolle die Lizenzen an den serbischen Sportwetten-Anbieter Maxbet verkaufen. Sadeh war am Mittwoch für Nachfragen nicht zu erreichen.

Stegmann sagte, „aus heutiger Sicht würde ich behaupten, dass wir eine Schließung der Spielbanken verhindern können“. Dennoch hat das Land am Mittwoch rund eine Million Euro, die von Sybil auf einem Anderkonto eingezahlt worden waren, abgerufen und auf ein Konto des Landes eingezahlt. Mit dem Geld soll im Fall einer Insolvenz des privaten Spielbanken-Betreibers ein Sozialplan für die nach unterschiedlichen Angaben 80 bis 100 Beschäftigten finanziert werden. Hövelmann bestätigte, dass es seit mehreren Monaten Schwierigkeiten mit der Spielbanken GmbH gebe: „Unsere Aufsicht war in den vergangenen Monaten so stark wie noch nie gefordert.“ Sadeh hatte unter anderem die Barreserve der Kasinos, mit denen Gewinnen beglichen werden, deutlich abgesenkt (die MZ berichtete). „Wir mussten Sadeh immer hinterher rennen“, sagte Hövelmann.

Sadeh war nach der Übernahme im vergangenen Jahr vor allem durch vollmundige Ankündigungen aufgefallen: Unter anderem wollte er einen Freizeitpark bei Vockerode (Kreis Wittenberg) für 300 Millionen Euro errichten. Dort sollten neben einem Kasino eine Einkaufsmeile, ein Hotel, ein Yachthafen und ein Golfplatz entstehen. Allerdings läuft der Landkreis noch heute 100 000 Euro an Pachtbeträgen hinterher.


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