Bundesfinale
Musiker denken nicht an Rache

Unter die Finalisten sind die Gräfenhainicher mit ihrer "Süßesten Rache" nicht gekommen. An Rache denken sie aber dennoch nicht. "Es war super, hier zu spielen, die Stimmung war klasse. Und in Berlin aufzutreten - das ist super! Das ist der Hauptgewinn", hält Maximilian Sommer, Gitarrist und Keyboarder der Band, den olympischen Gedanken hoch. Qualitativ waren die Combos auch recht dicht beieinander. Neben der vierköpfigen Jury stimmte auch das Publikum über den Gewinner des Abends ab. Aus der Wittenberger Gegend hatten etwa 70 Unterstützer die Reise in die Hauptstadt angetreten - insgesamt waren 400 Gäste in dem Club am Berliner Ostbahnhof. Nach der Auszählung der Stimmzettel stand fest, dass die fünf jungen Musiker auf dem fünften Platz gelandet waren. "Das tut mir so leid, die waren toll. Und die Sängerin ist richtig gut", lobte Veranstalterin Tamara Stieß die Bergwitzer Sängerin Jennifer Swietek nach dem Konzertmarathon.
Von 14 Uhr nachmittags rockten die elf angetretenen Kontrahenten acht Stunden lang den Saal. Um die Auswertungszeit zu überbrücken, zauberten im Anschluss "Casino Gitano" noch Zigeuner- und Flamenco-Atmosphäre auf die Bühne. Den Wittenbergern ist diese Formation auch noch ein Begriff - beim vorletzten Hofkonzert diesen Sommer begeisterten die Musiker aus 13 Nationen auf dem Leucorea-Hof. Die "Süßeste Rache" steckt nun aber nicht den Kopf in den Sand. Pläne gibt es genug: "Wir werden jetzt ins Studio gehen und neue Songs aufnehmen, damit wir demnächst unser erstes Album herausbringen können", erzählt Jennifer Swietek. Gitarrist Jan Gebhardt denkt auch über die kommenden Auftritte nach. "Erstmal gibt es jetzt ein Privat-Konzert für alle Unterstützer, die uns bis Berlin begleitet haben. Und dann wollen wir nächstes Jahr wieder eine kleine Tournee machen", berichtet er.
Auf dem ersten Platz des Bundesfinales landete die Berliner Band "Imago". Die progressiven Rockmusiker standen bereits beim Landesfinale in Cottbus mit den Gräfenhainichern auf der Bühne und teilten sich dort mit diesen den ersten Platz. "Die haben richtig gut gespielt und hatten sicher auch ein wenig Heimvorteil", erzählt Jennifer Swietek über die Berliner Combo. Neidisch ist sie schon ein bisschen. "Aber wer wäre das nicht. Der Hauptpreis ist ja auch der Hammer. Das Wichtigste war aber für mich der Spaß auf der Bühne, die Leute zu sehen. Und so eine ,Wall of Death', also ,Mauer des Todes' sieht von der Bühne aus einfach wahnsinnig aus", lacht die junge Frau. Sie hatte das Publikum geteilt und mit Zuruf aufeinander zustürmen lassen.
Im folgenden Gewimmel spielte "Sweetest Revenge" dann ihre Trumpfkarte aus - perfektes Zusammenspiel mit einer stetig wachsenden Fangemeinde.





























































































