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Burgenlandkreis

Frust bleibt nach Niederlage

VON HOLGER ZIMMER, 29.07.10, 19:48h, aktualisiert 29.07.10, 20:32h
Straßenschild
Der alte Platzname steht unter dem neuen Straßenschild. (FOTO: MZ)
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UICHTERITZ/MZ. Für Jochen Wagner ist die Sache mit dem Platz des Friedens in Uichteritz abgehakt, aber nicht vergessen. Der alte Name ist durchgestrichen und noch zu sehen, um Irritationen vorzubeugen. Darüber steht nun auf einem neuen Schild Erdmann-Neumeister-Platz. Verwunderlich war für den 54-Jährigen nur, dass die neuen Straßenschilder nicht lange nach dem Ja im Stadtrat am 17. Juni angebracht worden waren.

Und das, obwohl in einer öffentlichen Bekanntmachung der Umbenennung von der Möglichkeit des Widerspruchs innerhalb von vier Wochen die Rede war. Auch, dass man sich auf den Beschluss des damaligen Gemeinderats Uichteritz vom 15. Dezember des Vorjahres berief, der fünf Monate später als nicht rechtskräftig bezeichnet worden war, kann Wagner nicht nachvollziehen. Der Wirt der Gaststätte "Saale-Perle" macht eine Handbewegung, die verdeutlichen soll, dass ein Schlussstrich gezogen ist. Zwar hätte es auch Stimmen gegeben, die danach riefen, weitere Schritte einzuleiten. Doch Wagner ist Realist: Angesichts der Eingemeindung nach Weißenfels hätte es vieler Unterstützer bedurft und ob man die Leute hätte mobilisieren können, sei fraglich gewesen. Deshalb habe man sich vor dem Ende der Einspruchsfrist zu Wochenbeginn nicht noch mal zusammengesetzt.

Nun sagt der Uichteritzer: "Die Leute wollen wieder Normalität." Und er selbst? Die wünsche er sich ebenfalls, betont Jochen Wagner. Doch in seinem Gesicht steht, dass der Frust tief sitzt. Bestätigung findet er auch bei teilweise namhaften Gästen, die bekräftigten, dass der Platz des Friedens ein schöner Name gewesen sei. Dass er nun durchgestrichen ist, schmerzt den Mittfünfziger. Er räumt zwar ein, dass die Einwohner immer vom Schulplan sprechen, aber vor knapp 60 Jahren, also wenige Jahre nach dem Krieg, und angesichts der Gefallenen auch aus der Gemeinde die Platzbenennung ein Bedürfnis der Menschen zum Ausdruck gebracht habe.

Wie ein Mahnmal für den vergeblichen Kampf gegen die neuerliche Umbenennung thront die Tafel mit 435 Unterschriften auf Wagners Tor. Sie soll erst einmal dort bleiben. Selbst dem Platz des Friedens will er ein Denkmal setzen. Den Namen möchte er noch in

diesem Sommer auf seinem Grundstück über der hinteren Toreinfahrt zum ehemaligen Bad platzieren, einer idyllisch gelegenen Grünfläche.

Wagner räumt ein, dass die Anwohner sicher den Fehler gemacht hätten, nicht rechtzeitig selbst im Gemeinderat vorgesprochen zu haben. Er selbst ist aber vor allem darüber enttäuscht, dass er als Gewerbetreibender stets auch als Sponsor gefragt gewesen sei, nun allerdings seine Meinung in der Platzfrage nicht interessierte. Wagner sagt: "Die Leute wissen jetzt, was sie vom Ortschaftsrat zu halten haben." Und er prophezeit, dass sich dies bei der nächsten Wahl niederschlagen werde.


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