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Mansfeld-Südharz

Solarenergie anstatt Schweinemast

VON REGINA RETZLAFF UND BEATE THOMASHAUSEN, 15.07.10, 18:10h, aktualisiert 15.07.10, 19:39h
Flugplatz Allstedt
Die Start- und Landebahn des Flugplatzes Allstedt. Sie soll gekürzt werden für einen Solarpark. (FOTO: MZ)
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LODERSLEBEN/ALLSTEDT/MZ. "Na, das sind ja mal richtig gute Nachrichten." Der Loderslebener Bernd Brix zeigte sich am Donnerstag sehr erfreut über die Meldung, die jetzt aktuell aus dem Allstedter Stadtrat kommt: Der holländische Investor Jacobus Nooren, der einst eine riesige Schweinemastanlage auf dem benachbarten Allstedter Flugplatz errichten wollte, hat vor, dort einen Solarpark zu bauen. "Wir haben jahrelang gegen die Mastanlage gekämpft, haben als Bürgerinitiative alle Hebel in Bewegung gesetzt, dass eine solche Schweinerei mitten im Wald nicht genehmigt wird. Letztendlich haben wir gesiegt. Und wenn nun dort saubere Sonnenenergie gewonnen werden soll, kann ich das nur sehr begrüßen. Wichtig wäre aber, den Flugbetrieb weiter zu ermöglichen", so Brix.

Auch der ehemalige Sprecher der Bürgerinitiative contra Schweinmast im Forst, Bernhard Schneider, zeigte sich erleichtert. "Scheinbar hat Herr Nooren nun wirklich begriffen, dass er mit seiner Schweinefabrik keine Chance mehr hat. Was er nun plant ist naturverträglich und in unser aller Sinn", sagte Schneider weiter. Man könne nun nur hoffen, dass auch am Geiseltalsee der Bau einer Schweinemast verhindert werden kann. "Vielleicht hat Herr Nooren ja auch hier ein Einsehen und zieht seinen Antrag zurück. Man darf die Natur nicht wegen des Profits kaputt machen", wünscht sich Schneider.

Zu den Fakten: Auf dem Flugplatz in Allstedt sollen auf 108 Hektar Solarmodule aufgestellt werden. Allstedt Bürgermeister Jürgen Richter (CDU) informierte die Stadträte in der jüngsten Sitzung über diese neusten Vorstellungen des Investors Jacobus Nooren, dem das Areal des Militärflugplatzes gehört. Nooren hatte sein neustes Modell vor dem Wirtschafts-, Bau- und Finanzausschuss vorgestellt.

Jacobus Nooren fand mit dem Solarpark eine Nutzungsmöglichkeit, die wie es scheint auf breite Zustimmung stößt. Das Areal "Allstedter Heide" scheint auch wie gemacht dafür, die Sonne einzufangen. Nooren: "Als der Militärflugplatz angelegt wurde, hat man nach einem Gebiet gesucht, wo sich am Morgen zuerst die Wolken verzogen haben. Man hat das geeignete Gebiet in der Hochebene gefunden, auf dem sich das Flugplatzgelände heute befindet. Hier hat man viele Sonnenstunden."

Bis Ende 2011 soll der Solarpark fertig sein. Noch acht Hektar groß sind die Flächen, die für Gewerbeansiedlung bereit stehen. Ihm sei auch daran gelegen, dass der Flugplatz weiter genutzt werden kann. "Das aktuelle Konzept schließt den Erhalt des Flugbetriebs ein", so Nooren, der auf eine Zusammenarbeit hofft.

Nach den bisher vorliegenden Planungen, würde der Solarpark tatsächlich keine Auswirkungen auf den Flugplatzbetrieb haben. Dazu sagt die Bauamtsleiterin von Allstedt, Karina Tetzel: "Die Start- und Landebahn würde auf 1 350 Meter gekürzt. Sie ist aber weiter für den Flugbetrieb geeignet. Und beide Projekte beißen sich auch nicht."


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