Basketball
Die große Chance in Las Vegas

Es geht in die Staaten. Und es geht um Basketball. Gemeinsam mit seinem Teamkameraden Max Streblow und Landestrainer Christian Steinwerth geht es am Donnerstag 10.50 Uhr vom Flughafen Leipzig / Halle via Paris nach New York und dann weiter ins Spieler-Paradies Las Vegas. Dort nehmen die Beiden an einem Sichtungsturnier für Highschool-Teams teil.
"An die Temperaturen konnten wir uns hier ja schon gewöhnen. Dort in der Wüste sind jetzt 40 Grad", sagt Streblow. Der Hallenser ist bestens informiert. Wie Wache hat auch der Schüler des Burggymnasiums Wettin und künftige Sportschüler nicht nur beim USV, sondern in der letzten Saison auch für den Mitteldeutschen BC in der Jugend-Bundesliga JBBL gespielt - und ist abgestiegen. Nun steht das Duo, das seit dem Sandkastenalter Basketball spielt, vor dem größten Erlebnis seines Lebens. "Ich will sehen, wie die Amerikaner Basketball spielen. Und das hautnah", sagt Max. Dass er nun sogar selbst mitmischen darf, scheint er noch nicht richtig verinnerlicht zu haben. Richard, der in Lieskau lebt, bringt es auf den Punkt: "Jeder Basketballer hat doch den Traum, irgendwann in Amerika zu spielen."
Dass sie ihren Traum jetzt leben dürfen, haben Wache und Streblow sich selbst zu verdanken. Bei den JBBL-Spielen gegen TS Riemann Eutin waren sie dem dortigen Trainer Bob Alexander aufgefallen. "Da hatte ich die Idee, die Hallenser in meine eigene Truppe für Las Vegas zu integrieren", erklärt der Amerikaner.
Ganz billig ist die Reise über den großen Teich nicht. Für Flug und Hotelkosten müssen die Familien der Jung-Basketballer aufkommen. Kosten: etwa 1 360 Euro. "Dafür fällt mein New-York-Urlaub mit der Familie flach", sagt Max Streblow. Er weiß natürlich auch, wie stolz seine Eltern - beide ebenfalls basketball-begeistert - und die Oma auf ihn sind. Rosinen im Kopf haben aber weder Max noch Richard. Der sagt: "Wir kennen unsere Stärken und Schwächen. Aber vielleicht erwischen wir ja eine gute Phase und können uns empfehlen." Dabei versteift sich der Schüler des Sportgymnasiums Halle nicht darauf, wirklich ein Stipendien-Angebot zu bekommen. Selbst wenn Eutins Coach Alexander aus Erfahrung weiß: "Jungs aus Deutschland werden gern genommen."
Mit einem solchen Jungen aus Deutschland hat Wache regelmäßig zu tun: Peter Fehse wurde 2002 vom Profiteam Seattle SuperSonics gedraftet, also ausgewählt. Allerdings konnte er sich wegen mehrerer Verletzungen weder in den USA noch später in der Bundesliga durchsetzen. Jetzt ist der 27-Jährige vom Mitteldeutschen BC an den Regionalligisten BSW Sixers ausgeliehen. Und Fehse trainiert parallel die MBC-Talente. "Von Peter und seinen Erfahrungen profitiere ich eine ganze Menge. Vor allem macht er uns immer wieder klar, nicht abzuheben", sagt Wache.
Dennoch: Träume kann und will auch ein Fehse den beiden Talenten nicht nehmen. Auch wenn sie in der kommenden Saison nur für den USV in der U 16, der zweiten Männermannschaft und in der Landesauswahl spielen werden, um sich für das NBBL-Team der Wölfe empfehlen zu können. Hinter den bodenständigen Berufszielen - Streblow möchte Trainer oder Physiotherapeut werden, Wache etwas mit Sportmanagement studieren - bleibt das Ziel Basketball-Profi.
Die US-Stars können Max Streblow und Richard Wache in den nächsten Tagen übrigens auch zu Gesicht bekommen. Denn in Las Vegas laufen zeitgleich bei der NBA-Summer-League auch die Dallas Mavericks auf. "Vielleicht ergattere ich mir bei einem Besuch ein weiteres Trikot", sagt Richard. "Oder wenigstens ein Autogramm", meint Max.
Es ist wieder Zeit für Träume.



























