Stadträte wollen Geschenk fürs Welterbe einwerben
Vor allem um die Finanzierung drehte sich die Diskussion. Göricke hatte als Ortsbürgermeister von Mosigkau kritisiert, dass die Stadt Mittel für die Welterbestätten, die neben der städtischen in der Trägerschaft der Kulturstiftung und der Bauhausstiftung sind, ausgeben wolle, ohne den Hinweis, wo die Gelder dafür im Haushalt gestrichen werden sollten. Er fürchtete unter anderem um die Mittel für das Mosigkauer Bürgerhaus. Wobei Oberbürgermeister Klemens Koschig dazu erwiderte, dass die nicht gestrichen seien. Göricke indes betrachtete die Gelder, die die Kommune als Eigenanteil aufbringen müsse, unter anderem als ein Geschenk an die Kulturstiftung. Das könne man dem Bürger nicht vermitteln, meinte er.
Es sei ein Geschenk für unsere Stadt, griff Koschig das Wortbild von Göricke auf und warb für die Projektbestätigung. "Wir müssen uns auf die wichtigsten Dinge konzentrieren, die unsere Stadt ausmachen", betonte er angesichts der knappen Mittel.
Auch Ralf Schönemann (Die Linke) und Holger Schmidt (Bürgerliste / Grüne) befürworteten die Projekte und plädierten für die Teilnahme der Stadt an diesem Investitionsprogramm und damit für die Zustimmung zur Beschlussvorlage. "Wir sollten Geschlossenheit praktizieren", appellierte Schönemann. Es seien Stiftungen, die unterstützt werden, argumentierte Schmidt und betonte, dass die Stadt für das Welterbe Verantwortung zu übernehmen habe.
Einen anderen Einwand brachte Matthias Bönecke (Pro Dessau-Roßlau) vor. Ob der Standort für das Ausstellungszentrum des Bauhauses mit dem Antrag festgelegt sei, wollte er wissen. Er reflektierte damit auf den Streit, ob das Zentrum in der Innenstadt einen Platz finden soll, wie es der Stadtrat beschlossen hat. Oder ob es neben dem Sieben-Säulen-Kreisel errichtet werden soll, wie es Bauhausdirektor Oswalt und auch Dezernent Hantusch favorisieren. Hantusch war es dann auch, der antwortete, dass das Besucher- und Ausstellungszentrum "standortunabhängig" beantragt worden ist.
Für die Jahre 2010 bis 2014 stellt der Bund in dem Programm insgesamt 70 Millionen Euro für dringend notwendige Investitionen in Welterbestätten bereit.

























