«Operation Übernahme» ein Schwerpunkt der IG-Metaller

Sie nutzten das Camp aber auch, um über politische Themen zu sprechen. "Ein Thema war erneut unsere ,Operation Übernahme'", informierte Michael Wolf, IG-Metall-Jugendsekretär für Berlin, Brandenburg und Sachsen. Dabei gehe es um die Zeit nach der Berufsausbildung. Immer mehr jungen Menschen werde der Berufseinstieg verweigert. Ohne Ausbildung, Übernahme und Festanstellung gebe es für die jungen Arbeitnehmer aber keine Sicherheit. Das,
so Wolf, müsse anders werden. "Auszubildende und junge Beschäftigte haben ein Recht auf berufliche Zukunft, und zwar zu fairen Bedingungen und mit gerechter Bezahlung. Dafür steht unsere Gewerkschaft", sagte Wolf.
Kritisch diskutiert wurde außerdem die Qualität der Berufsschulen. "Da zeigt sich in den einzelnen Bundesländern ein unterschiedliches Bild", erklärte Conny Schönhardt, Jugendsekretärin für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. In Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt wurde nach ihrer Schilderung in den vergangenen Jahren viel getan, um den Auszubildenden gut ausgestattete Berufsschulen zu bieten. Großen Nachholbedarf gibt es nach ihrer Einschätzung in Niedersachsen und Berlin. Die Schulen seien zum Teil in baulich schlechtem Zustand, es fehle an Berufsschullehrern, was sich auch auf Unterrichtsausfälle auswirke. Manche Schulen seien finanziell so dünn ausgestattet, dass die Berufsschüler das Kopieren von Lernblättern und anderen Materialien aus eigener Tasche bezahlen müssten. "Von einer guten Qualität sind wir teilweise weit entfernt. Dabei ist doch eine solide Berufsschulausbildung ganz wichtig", sagte Conny Schönhardt.
Nicht zuletzt wurde das Pfingsttreffen genutzt, um über die 17. Weltfestspiele der Jugend und Studenten zu informieren, die vom 13. bis 21. Dezember dieses Jahres in Südafrika stattfinden. Die Gewerkschaft will eine Delegation zu diesem traditionellen Treff der Jugend aus aller Welt schicken.
Den jungen Leuten wird oft mangelndes Interesse am politischen Geschehen und an politischer Betätigung nachgesagt. Conny Schönhardt sieht das nicht so, zumindest nicht, wenn es um die IG Metall geht. "Wir haben bei den jungen Leuten ein gutes Mitgliederaufkommen. Etwa 50 Prozent der Neuaufnahmen sind Jugendliche, vom Azubi bis zum Jungfacharbeiter", berichtete sie. "In der Gemeinschaft sind wir stark und zeigen Solidarität. Dieses Argument trifft durchaus aus Gehör", berichtete die Jugendsekretärin aus ihren Erfahrungen.
"Ich habe hier bereits viele Informationen erhalten. Und das Ganze ist auch nicht so trocken, sondern wird mit Spaß verbunden", erzählte Maja Schulze aus Halle, warum sie erneut zum Pfingsttreffen gekommen ist. Die 20-Jährige beendet demnächst ihre Ausbildung als gestaltungstechnische Assistentin im Modedesign. Mitglied in der Gewerkschaft zu sein, hält sie für wichtig. Es gehe um zumutbare Arbeitsbedingungen, um Tariflöhne oder um die demokratische Mitbestimmung in den Betrieben in Gestalt von Personal- oder Betriebsräten. "Für solche Dinge möchte ich mich gern engagieren", sagte die junge Frau.
Conny Schönhardt und Michael Wolf sind dankbar für die vielseitige Unterstützung, die das Pfingsttreffen erst möglich machte. Das Köthener Rote Kreuz sei für etwaige Notfälle mit einem Wagen vor Ort gewesen, der Glauziger Ortsbürgermeister Volkmar Schöbe helfe, wo er könne, der Glauziger Bäcker habe leckere Brötchen geliefert und ein Küche aus Bitterfeld ebenso leckeres Essen, zählten die beiden Gewerkschaftsfunktionäre auf.






























