Aufbauhilfe nach der Wende war der Beginn einer langen Freundschaft
Was auch immer den Ausschlag gegeben hatte, dass 1990 das damalige Kreistagsmitglied Gerhard Pötzsch (CDU) einen Kontakt zum Landkreis Verden aufnahm - die Hilfe aus dem Westen beim Aufbau der Strukturen nach der Wende fiel auf einen fruchtbaren Boden. Nicht nur, dass ein Mitarbeiter von dort für ein halbes Jahr nach Pratau entsandt wurde, um Amtshilfe zu leisten (woraus dann eineinhalb Jahre wurden), es wurden Kontakte zwischen der politischen Gemeinde und auch Vereinen geknüpft.
Gehalten haben die Verbindungen zwischen den Feuerwehren, was Ortsbürgermeisterin Veronika Dorn (SPD-Fraktion) besonders betonte. "Ihr sprecht eine gemeinsame Sprache", sagte sie. "Was mir persönlich am Herzen liegt, ist der Dank an Karl-Heinz Pietzner für seine Arbeit in der Wehr. Das hier trägt Deine Handschrift", lobte sie das Engagement des langjährigen Wehrleiters, der demnächst seine Position für den neuen Wehrleiter Thomas Kummer räumen wird.
Grüße aus dem Partnerort überbrachte Gemeindebrandmeister Jürgen Kehlenbeck. Die ersten Vertreter der Feuerwehren seien von den Pratauer Feuerwehrleuten so herzlich aufgenommen worden, "als ob die Freundschaft schon lange bestehen würde. Wir trafen hier auf ein Gegenstück von uns", so Kehlenbeck. Inzwischen besuchen sich nicht nur die Kameraden regelmäßig, auch die Jugendwehr aus Pratau nimmt an Wettkämpfen und Zeltlagern in der Partnergemeinde teil. "Ihr seid wie die sechste Jugendwehr von Thedinghausen." Joachim Richter (CDU) vom Partnerschaftsbeirat der Stadt Wittenberg fand ebenfalls lobende Worte. Da sei in zwanzig Jahren etwas zusammengewachsen, meinte er, auch wenn den zwanzig Jahren vierzig andere vorausgegangen seien, die jede Seite geprägt hätten.
Prägend sind auch die gemeinsamen Aktionen. Vor drei Jahren haben die Pratauer und Thedinghäuser Feuerwehrleute in Wittenberg je eine Kaiserlinde gepflanzt. Damals wurde gescherzt, ob man später eine Bank drum herum stellt. Nun, die große Bank ist da, solide aus Holz gebaut und mit Messingschild trugen die Gäste einen Teil davon in den Freizeit- und Seniorenclub Pratau. Und kaum stand sie da, war sie schon besetzt. Veronika Dorn und Joachim Richter nahmen Platz. Und meldeten Bedenken an, dass man das gute Stück an einem öffentlichen Platz nicht gut genug festmachen könne, dass "sie nicht kurz darauf in einem fremden Garten steht." Die politischen Vertreter aus Thedinghausen werden im Juni kommen und am Wittenberger Stadtfest teilnehmen.










































