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Kasino-Käufer gerät stark unter Druck

erstellt 09.03.10, 20:45h, aktualisiert 10.10.10, 20:21h
Zwei Spieler sitzen an zwei Videoautomaten
Zwei Spieler sitzen an zwei Videoautomaten in der Spielbank Sachsen-Anhalt in Halle/Saale. (ARCHIVFOTO: DDP)
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MAGDEBURG/MZ. Das Geschäftsgebaren des neuen Eigentümers der Spielbanken in Sachsen-Anhalt, der Sybil Group, ist ins Visier der Glücksspielaufsicht geraten. In einem mehrseitigen Brief an die zypriotisch-israelische Gruppe verlangt die dem Innenministerium unterstellte Aufsicht Auskunft zu mehreren Punkten. Nach MZ-Informationen geht es auch um die Frage, ob und warum die in den drei Kasinos vorzuhaltende Bargeld-Reserve von 600 000 Euro auf 500 000 Euro gesenkt worden ist. Eine bestimmte Reserve in den Kasinos ist vorgeschrieben, um Spieler etwa bei Gewinn des Jackpots auszahlen zu können. Finanzminister Jens Bullerjahn (SPD) hat unterdessen der Sybil-Gruppe mit dem Entzug der Glücksspiel-Lizenz gedroht, sollte bis kommenden Montag die Kaufsumme von einer Million Euro nicht überwiesen sein. Diese war bereits im Januar erstmals fällig.

Ministeriumssprecher Martin Krems bestätigte am Dienstag, dass die Spielbankenaufsicht Sybil um Stellungnahme gebeten habe. "Es gibt eine Reihe von Fragen zu klären", so Krems. Konkret äußerte er sich nicht. Unabhängig von der Überprüfung der Vorgänge hat das Innenministerium der Einsetzung von Sybil-Manager Stefan Sadeh als Geschäftsführer zugestimmt. "Bei der Einsetzung wurde nur Herrn Sadehs persönliche Eignung geprüft, die Vorgänge in den Kasinos spielen keine Rolle", so Krems.

Ein Sprecher der Sybil-Group wollte die Senkung der Bargeld-Reserve am Dienstag weder bestätigen noch dementieren, erklärte aber, man wolle die Kaufsumme bis zum 15. März überweisen. Doch daran hat Finanzminister Bullerjahn, der das Geschäft mit Sybil Ende 2009 in letzter Minute vor der Abwicklung der Spielbanken unterzeichnet hatte, inzwischen Zweifel.

"Wenn Sybil bis Montag nicht zahlt, stellt sich die Frage, wie seriös der Investor ist. Wir müssen dann seine Zuverlässigkeit prüfen und im schlechtesten Fall die Zulassung für das Glücksspiel entziehen", sagte Bullerjahn der MZ. Finanzieller Schaden für das Land entstehe nicht, weil Sybil zwei Millionen Euro an Sicherheiten hinterlegt habe. "Von dem Konto würden wir uns dann bedienen", so Bullerjahn.

Die israelische Tageszeitung "Haaretz" hat unterdessen berichtet, dass Sybil im Jahr 2009 Schulden von etwa 156 Millionen Euro hatte. In Vockerode (Landkreis Wittenberg) will das Unternehmen hingegen 300 Millionen Euro in ein Einkaufs- und Spielerparadies investieren.


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