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Britische Botschaft empfängt das «grüne» Ferropolis

VON DIRK SKRZYPCZAK, 19.02.10, 18:43h, aktualisiert 19.02.10, 22:22h
Baggerstadt
Blick auf die illuminierte Baggerstadt Ferropolis. (FOTO: DPA)
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GRÄFENHAINICHEN/MZ. Seit im Juli 2008 das Melt-Festival in Ferropolis mit einem Stau-Chaos auf den Zufahrtsstraßen begann, wird in Gräfenhainichen und darüber hinaus vehement ein Verkehrskonzept für die Veranstaltungsarena gefordert. Die Ferropolis GmbH hat die eigenen Hausaufgaben erledigt und beispielsweise das Parkplatzmanagement beleuchtet. Die überregionale Bedeutung von An- und Abreise sowie eine Steuerung der lokalen Wertschöpfung durch die nationalen wie internationalen Gäste wird jetzt gleich von zwei Seiten untersucht. Mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket II lässt die Stadt Gräfenhainichen ein Verkehrskonzept erarbeiten (die MZ berichtete). Parallel will die "Green-Music-Initiative" in Deutschland, nach eigenen Angaben eine nationale Plattform zur Förderung einer klimaverträglichen Musik- und Entertainmentbranche, zusammen mit der Deutschen Energieagentur (Dena) als bundesweites Modellprojekt Vorschläge für eine Infrastruktur unter nachhaltigen und ökologischen Aspekten erarbeiten.

"Viele Künstler und Bands nutzen ihren Einfluss gerade auf die Jugend, um etwas gegen den Klimawandel zu tun. Sie machen Auftritte auch von den lokalen Begebenheiten abhängig", sagt Thies Schröder, Geschäftsführer der Ferropolis GmbH. Die "Green-Music"-Bewegung hat ihren Ursprung in Großbritannien; und die britische Botschaft in Berlin rückt am 3. März die Stadt aus Eisen in den Blickpunkt. Am Vorabend der Echo-Preis-Verleihung, wenn sich Stars wie Robbie Williams oder Rihanna in der Hauptstadt tummeln, wird Ferropolis im Rahmen eines "Green Dinners" in der Botschaft thematisiert. Erwartet werden zu "Impulsreferaten" (Schröder) auch "Green-Music"-Aktivisten von der Insel. Ein grünes Label für Ferropolis sei für die künftige Ausrichtung zwar nicht das alleinige Argument, aber ein wichtiger Zusatzaspekt, ist Schröder überzeugt.

Für den Geschäftsführer wie Gräfenhainichens Bürgermeister Harry Rußbült (Linke) ist es diesbezüglich von Vorteil, dass sowohl die Studie als auch das Konzept in der Hand einer Firma liegen. So bekam "Team Red" aus Berlin von "Green Music" und der Dena ebenso den Zuschlag wie vom städtischen Vergabeausschuss. "Wir hoffen, dass erste Ergebnisse aus dem Konzept vor dem Start der Saison vorliegen", sagt Rußbült. Als kurzfristiges Ziel peile man eine Dauergenehmigung für 25 000 Tagesbesucher an. Noch hangelt sich Ferropolis mit Ausnahmen über die Zeit.

Das Hauptaugenmerk ruht auf der An- und Abreisewelle. Immerhin zog Ferropolis im vergangenen Jahr 165 000 Neugierige an. Spezielle Angebote sollen die Gäste dazu bringen, mit Bus oder Bahn anzureisen. "Schon die Fahrt muss Teil des Erlebnisses werden", findet Schröder. Mit Bus- und Bahngesellschaften lotet man jetzt Chancen aus. Der Bürgermeister hofft außerdem, dass Stadt und Region von den Besucherströmen künftig noch stärker profitieren: "Ich weiß von einer Bäckerin, die aufgrund des zunehmenden internationalen Publikums bei uns im Sommer jetzt englisch lernt." Geplant sind überdies Emissionsmessungen unter Festival-Atmosphäre durch den Fachdienst Umwelt des Landkreises, um geeichte Werte zu erhalten. Generell werde man ab sofort bei Großveranstaltungen eine Telefonhotline einrichten, über die Anwohner ihr Leid klagen können. "Ich bin überzeugt, dass wir einen Großteil des Konfliktes schon dadurch lösen können, weil wir die Beschwerden für die Leute erkennbar auch wahrnehmen", glaubt Schröder.


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