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Erfurt

Einigung bei besetztem Stasi-Gefängnis

erstellt 05.01.10, 18:36h
Ahemaliges Stasi-Gefängnis
Transparente hängen am Samstag an der Fassade des ehemaligen Stasi-Gefängnisses in der Erfurter Andreasstraße. (FOTO: DPA)
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Erfurt/dpa. Die ehemaligen Stasi-Häftlinge der Erfurter Andreasstraße werden an der Gedenkstättenarbeit zur DDR-Geschichte gleichberechtigt beteiligt. Das ist das Ergebnis eines Gesprächs zwischen Vertretern des Vereins Freiheit und Kultus-Staatssekretär Thomas Deufel am Dienstag in Erfurt. Noch im Januar solle auf der Grundlage von Vorschlägen des Vereins ein unterschriftsreifer Kooperationsvertrag zur geplanten Erinnerungsstätte vorliegen, der die Mitwirkung der Betroffenen regelt, teilten beide Seiten mit. Die Besetzung werde bis zum Vertrag fortgeführt, der Hungerstreik eines Häftlings jedoch nach einem Mehrheitsbeschluss am fünften Tag beendet, sagte der Vereinsvorsitzende Joachim Heise.

 Der Geschichtsverein, dem rund 70 ehemalige Stasi-Häftlinge und politisch Interessierte angehören, kämpft seit Jahren um eine würdige Gedenkstätte in den alten Gefängnismauern. Mit der Besetzung wollten Vereinsmitglieder darauf aufmerksam machen, dass sie ungenügend in die Konzeption und künftige Erinnerungsarbeit einbezogen würden. In dem Erfurter Stasi-Gefängnis, dem einzigen noch erhaltenen Geschichtszeugnis dieser Art in Thüringen, wurden zwischen 1952 und 1989 rund 5000 Menschen geistig und körperlich gefoltert.

Noch 2010 soll ein landesweites Konzept zum Gedenken an das DDR-Unrecht erarbeitet werden. Dafür will der Verein mit allen anderen Erinnerungsstätten, Historikern und Museumspädagogen zusammenarbeiten. Heise sagte: «Der Verein will keinen Sonderweg.» Ab sofort würden die ehemaligen Stasi-Häftlinge auch wieder an den Bauberatungen zur Sanierung und Ausbau des Gefängnisses beteiligt.

Nach Ansicht von Staatssekretär Deufel konnten in dem Gespräch, an dem Thüringens Stasi-Beauftragte Hildigund Neubert als Vereinsmitglied teilnahm, die Ziele der Besetzer weitgehend erfüllt werden.

Vor der Einigung hatte der Berliner Historiker Hubertus Knabe die Landesregierung aufgefordert, die Besetzer an der Gedenkstättenplanung zu beteiligen. «Ein ehemaliger Stasi-Häftling muss schon sehr verzweifelt sein, wenn er freiwillig in sein Gefängnis zurückkehrt», sagte der Direktor der Stasiopfer- Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen der dpa. «Wer glaubt, eine Gedenkstätte gegen die Opfer aufbauen zu können, der irrt.»



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