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Tourismus

Harz ist beliebtestes Ziel für Kurzurlaub im eigenen Land

Sachsen-Anhalt profitiert von neuem Trend in Krisenzeiten - Aber weniger ausländische Gäste

VON Susann Huster, 28.11.09, 13:23h
Dicker Raureif an einem Fernrohr
Dicker Raureif hat sich am Dienstag an einem Fernrohr auf dem Brocken gebildet. (FOTO: DPA)
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Magdeburg/Quedlinburg/ddp. In Zeiten der Wirtschaftskrise ist nach Einschätzung von Tourismusexperten der «Urlaub vor der Haustür» wieder sehr gefragt. Das zeigten auch die Buchungen über die Weihnachtsfeiertage und den Jahreswechsel in den Ferienregionen Sachsen-Anhalts, sagte der Geschäftsführer der IMG - Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt mbH, Carlhans Uhle, in einem ddp-Interview in Magdeburg. Die beliebteste Region in Sachsen-Anhalt für einen Kurzurlaub zum Jahreswechsel sei der Harz.

Erfahrungsgemäß treffen nach den Worten Uhles viele Urlauber die Entscheidung, den Jahreswechsel im Harz zu verbringen, recht kurzfristig. «Sie machen das von der Wetterlage und den Schneeverhältnissen abhängig», sagte er.

Der Geschäftsführer der Quedlinburg-Tourismus-Marketing GmbH, Thomas Bracht, hat eine «deutliche Zunahme der Übernachtungen» in seiner Stadt registriert. Die meisten Gäste buchen ihm zufolge direkt im Hotel. «Wie in den Vorjahren auch, werden wir wieder ausgebucht sein», sagte Bracht über das Buchungsgeschäft für Weihnachten und Silvester. In diesem Jahr seien die Übernachtungszahlen in preiswerteren Pensionen und Garni-Hotels in Quedlinburg besonders stark angestiegen, erklärte er das veränderte Ausgabeverhalten der Touristen. Stagnierend oder rückläufig seien die Nebenausgaben für Souvenirs oder Reiseliteratur.

Die Buchungssituation für Weihnachten und Silvester sei «auf keinen Fall schlecher» als im vergangenen Jahr, sagte Reiseberater Reinhard Gabor von der Reiseland GmbH in Magdeburg. Ein großes Thema seien zurzeit in seinem Reisebüro Kurzreisen innerhalb Deutschlands, sehr häufig auch Wellnessreisen.

Reiseverkehrskauffrau Astrid Nötzold vom Hapag Lloyd-Reisebüro in Magdeburg sagte, dass es für die Zeit um den Jahreswechsel kaum noch Flüge gibt. «Das, was angeboten wird, ist gut gebucht», sagte sie. Trotz Krise keinen Einbruch im Buchungsgeschäft für Weihnachten und Silvester gibt es auch beim DER-Reisebüro in Halle.

Uhle sagte, die Tourismuswirtschaft in Sachsen-Anhalt habe die Auswirkungen der Krise bisher weniger zu spüren bekommen als die Branche in anderen Bundesländern. Die Zahl der Übernachtungen in den Hotels, Pensionen und auf den Campingplätzen des Landes sei in den ersten acht Monaten dieses Jahres im Vergleich zu 2008 um 1,1 Prozent gestiegen. Damit liege das Land deutlich über dem Bundesdurchschnitt, wo in diesem Zeitraum 0,4 Prozent weniger Übernachtungen registriert wurden.

Die Krise habe sich in Sachsen-Anhalt lediglich auf die Zahl der Gäste aus dem Ausland ausgewirkt. Dieser Rückgang sei durch Zuwächse beim Inlandstourismus aufgefangen worden. «In Zeiten der Wirtschaftskrise buchen Gäste immer kurzfristiger und für eine kürzere Aufenthaltsdauer», sagte Uhle.

Auch in den Hotels in Halle gebe es beim Buchungsgeschäft für die Feiertage keine Rückgänge. In Naumburg hielten sich dagegen die festen Buchungen für den Jahreswechsel noch in Grenzen, wie Uhle weiter mitteilte.

Wirtschaftsminister Reiner Haseloff (CDU) sagte: «Trotz Finanzkrise konnte Sachsen-Anhalt als Kernland deutscher Geschichte vor allem bei Kultur- und Städtereisenden aus dem Inland punkten.» Das belegten die bisher positiven Buchungszahlen. «Ich bin sicher, dass wir auch künftig vom zunehmenden Trend zum Kurzurlaub in Deutschland profitieren werden», erklärte der Minister weiter.


    
    
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