Champions League
Wolfsburg weiterhin selbstbewusst
Gegen «ManU» soll Vereinsgeschichte geschrieben werden - Bremen wartet am Samstag
VON Wolfgang Jung, 26.11.09, 17:24h, aktualisiert 26.11.09, 18:00h

Moskaus Jewgeni Aldonin (hinten) kämpft mit Alexander Madlung vom VfL Wolfsburg um den Ball. (FOTO: DPA)
Moskau/dpa. Der Glaube an die eigene Stärke ist ungebrochen.
Obwohl der deutsche Fußball-Meister VfL Wolfsburg den vorzeitigen
Achtelfinaleinzug in der Champions League vergab, war nach dem
unnötigen 1:2 bei ZSKA Moskau von Katerstimmung nur kurz etwas zu
spüren. Der Blick von Misimovic & Co richtete sich bereits wieder
nach vorne: Im «Alles-oder-Nichts-Spiel» am 8. Dezember gegen den
schon für die K.o.-Spiele qualifizierten englischen Champion
Manchester United wollen die «Wölfe» nun Vereinsgeschichte schreiben.
«Jetzt haben wir gegen Manchester ein absolutes Endspiel. Wir glauben
an uns und wollen diese große Möglichkeit nutzen», sagte Spielmacher
Zvjezdan Misimovic. Er hatte trotz der Niederlage Grund zur
Freude: Seine Frau brachte während des Spiels Sohn Niko zur Welt.
Auch Trainer Armin Veh sieht die Chancen der «Wölfe», sich als
Debütant der Königsklasse für die Runde der letzten 16 zu
qualifizieren, nach wie vor intakt. «Wir sind immer noch im Rennen,
haben unser Weiterkommen in der eigenen Hand», meinte der
Fußballlehrer, der nach dem Negativerlebnis nun sein Team schnell
wieder aufrichten muss. Denn am Samstag wartet mit dem Auswärtsspiel
beim DFB-Pokalsieger Werder Bremen der nächste schwere Brocken. Der
Bundesliga-Zweite ist seit 20 Spielen ungeschlagen. Aber das letzte
Liga-Duell entschied der Meister mit 5:1 für sich, jedoch zu Hause.
Liefern die Wolfsburger jedoch eine zweite Halbzeit wie in der
russischen Hauptstadt ab, dürfte für sie auch in Bremen nichts zu
holen sein. Veh konnte in Moskau nur den Kopf schütteln. Zu passiv,
zu kampfschwach hatten sich seine Spieler vor allem in den zweiten 45
Minuten präsentiert. «Wir haben uns quasi selbst geschlagen», so Veh.
Dabei hatten die «Wölfe» alle Trümpfe in der Hand. Bereits in der
19. Minute brachte Torjäger Edin Dzeko vor den nur 13 478 Zuschauern
im riesigen Luschniki-Stadion mit der ersten nennenswerten
Wolfsburger Aktion seine Elf in Führung. Nach feinem Pass von
Sturmpartner Obafemi Martins, der den gesperrten Grafite ersetzte,
ließ der Bosnier dem russischen Nationaltorwart Igor Akinfejew keine
Chance. Und in der 32. Minute hätte Spielmacher Misimovic endgültig
die Weichen auf Achtelfinale stellen können, als er aus vollem Lauf
einen Schuss knapp über das Moskauer Gehäuse setzte.
Dabei war ZSKA in der ersten Halbzeit erschreckend harmlos. Nur
vom serbischen Spielgestalter Milos Krasic ging bei Sololäufen Gefahr
aus. Zudem konnte sich der VfL auf seinen Schlussmann Diego Benaglio
verlassen, der kurz vor dem Pausenpfiff eine Riesenchance von
Verteidiger Alexei Beresutski zu Nichte machte.
Doch statt nachzulegen und die Entscheidung zu suchen,
beschränkten sich die «Wölfe» auch in der zweiten Halbzeit auf einige
wenige Konter. Und fast wäre diese Taktik auch aufgegangen: In der
53. Minute verlängerte Dzeko einen Martins-Schuss aus kurzer Distanz
über die Linie - allerdings aus dem Abseits. Veh machte seinem
Stürmer aber keinen Vorwurf und sprach von einem «Reflex».
Stattdessen kamen die Gastgeber immer besser ins Spiel und die
«Wölfe» luden die Russen quasi zum Toreschießen ein. Das nahmen Tomas
Necid (58.) und Krasic (66.) dankend an. «Wir haben uns zu sicher
gefühlt. Wir hätten hier mehr mitnehmen können», analysierte
Misimovic. Veh ist mit Blick auf den 8. Dezember klar: «So können wir
gegen Manchester nicht bestehen.»
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