Sachsen
«Soko Rex» erhält Verstärkung
Innenministerium erhöht Mitarbeiterzahl der Sonderkommission - Reaktion auf Häufung von Straftaten
erstellt 11.11.09, 17:17h, aktualisiert 11.11.09, 17:19h

Mehr Personal für Kampf gegen Rechts in Sachsen. Soko Rex wird aufgestockt. (FOTO: DPA)
Dresden/dpa. Sachsen stockt das Personal zur Bekämpfung des
Rechtsextremismus auf. Nach den Ereignissen der vergangenen Wochen werde die Sonderkommission Rechtsextremismus (Soko Rex) um 10 Beamte auf 40 Mitarbeiter verstärkt, teilte das Innenministerium am Mittwoch
in Dresden mit. In Sachsen hatten sich zuletzt rechtsextreme
Straftaten gehäuft. «Leider ist das Thema anhaltend aktuell»,
erklärte Innenminister Markus Ulbig (CDU) am Mittwoch im Landtag.
Sachsen werde sich gegen jede Form extremistischer Bedrohung
verteidigen. «Wir nehmen das sehr ernst», sagte er. Ulbig reagierte
damit auf Vorwürfe aus den Reihen der Linken, wonach das Thema
Rechtsextremismus in Sachsen oftmals verschwiegen werde. Die
Sonderkommission Rex gibt es seit 1991.
Die Linken-Abgeordnete Kerstin Köditz hält die Aufstockung der
Soko Rex für einen Tropfen auf den heißen Stein. Dies sei nicht mehr
als Kosmetik. «Null Toleranz sieht anders aus», bewertete Köditz eine entsprechende Ansage des Innenministers: «Wer "Null Toleranz" umsetzen will, der muss endlich nachhaltige und effektive Vorschläge für die Präventionsarbeit machen.» In der anschließenden Debatte gab es auch Schuldzuweisungen. Ein CDU-Politiker sprach ausführlich über Linksextremismus und damit am eigentlichen Thema der Debatte vorbei.
Nach den Worten des Grünen-Abgeordneten Miro Jennerjahn kann die
Polizei in Orten wie Colditz mangels Personal keinen Schutz mehr
bieten. Deshalb würden Zeugen auch nicht zu Übergriffen aussagen. «Es
herrscht ein Klima der Angst. Das ist echtes Staatsversagen.» Die
gegenwärtige Stärke der extremen Rechten resultiere maßgeblich aus
einer Schwäche der Demokratie. Henning Homann (SPD) - im vergangenen
Wahlkampf selbst Opfer rechter Attacken - erinnerte daran, dass
Fremdenfeindlichkeit bis weit in die Mitte der Gesellschaft reiche.
In Sachsen sei zu lange zu diesem Thema geschwiegen worden, es lasse
sich nicht auf ein Imageproblem reduzieren.
Mitte Oktober waren bei einer Demonstration Rechtsextremer in
Leipzig Polizisten mit Steinen und Knallkörpern beworfen worden. Ende
Oktober gab es einen Neonazi-Überfall bei einem Fußballspiel in
Brandis (Landkreis Leipzig). Am vergangenen Wochenende wurde in
Dresden die Synagoge mit antisemitischen Parolen beschmiert.
Landespolizeipräsident Bernd Merbitz ging am Mittwoch davon aus, dass
der per Videoüberwachung gefilmte Täter von Dresden relativ rasch
gefasst werden könne.












































