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Ein Ort der Stille und zum Kraft schöpfen

Auch auf dem Merseburger Zentralfriedhof bereitet man sich auf den Totensonntag vor

VON UNDINE FREYBERG, 19.11.09, 18:53h, aktualisiert 19.11.09, 21:22h
«Garten der Stille»
Der «Garten der Stille» ist eine der Urnengrabanlagen auf dem Zentralfriedhof. (FOTO: PETER WÖLK)
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MERSEBURG/MZ. "Das alles hier wird am Sonntag mit Blumen und Gestecken bedeckt sein" sagt Wolfgang Däne und weist mit der Hand über die anonyme Urnengrabanlage auf dem Merseburger Zentralfriedhof. "Ich weiß, dass das in anderen Städten nicht erlaubt ist, dass dort Blumen auch wieder weggeräumt werden, aber wir gestatten das", sagte Däne, der für den Sachbereich Friedhofswesen der Stadt zuständig ist. Die Urnen von 3 000 Toten liegen hier auf dieser "grünen Wiese". Die Kränze und Blumen auf einigen Grabstellen sind gerade mal ein paar Tage alt.

Jetzt im Herbst und gerade vor dem Totensonntag, an dem überall viele Menschen ihrer verstorbenen Angehörigen gedenken, gibt es auf den Friedhöfen der Stadt jede Menge zu tun. Es werden Bäume und Sträucher gepflanzt, Pflegearbeiten erledigt und Laub zusammengeharkt. Fünf Vollzeitkräfte und eine Teilzeitkraft sind dabei für insgesamt 9,6 Hektar kommunaler Friedhofsflächen in Kötzschen, in Beuna, in Meuschau und eben an der Geusaer Straße zuständig, 6,8 Hektar sind allein auf dem Zentralfriedhof zu pflegen.

Dass hier mit viel Liebe gearbeitet wird, ist deutlich zu sehen. Die wunderschöne große Anlage hat fast schon etwas parkähnliches. Die Bepflanzung erfreut das Auge und selbst, wer hier nach einem Regenguss spazieren geht, muss keine Angst haben, durch Pfützen waten zu müssen - so gut sind hier die Wege. "Die Menschen sollen hier nicht nur trauern, sondern auch Kraft schöpfen, und ich würde mir wünschen, dass die Lebenden viel häufiger den Weg hierher finden", sagt Däne. Damit sich auch ältere Leute nicht fürchten müssen, wenn sie allein auf den Friedhof gehen, werden nach und nach hohe, dunkle Hecken durch luftige Sträucher ersetzt - zum Beispiel durch die Duftschneebälle, die von November bis Mai, also auch den ganzen Winter hindurch blühen, und im Frühjahr einen angenehm süßen Duft verströmen.

"Ich weiß schon wie das hier in fünf Jahren aussehen wird", meint Wolfgang Däne mit einem versonnenen Lächeln und blickt über den "Garten der Stille" - eine besondere Urnengrabanlage. Hier hat zwar jedes Urnengrab einen stehenden Grabstein und man kann Blumen oder auch Gestecke niederlegen, aber man muss kein Grab pflegen, da alle Gräber auf einer Wiese sind, die von den Friedhofsmitarbeitern gepflegt wird. "Das ist im Augenblick die beliebteste Bestattungsart", erzählt Däne. Rund 20 Erdbestattungen und fast 300 Urnenbestattungen gebe es derzeit pro Jahr auf den kommunalen Merseburger Friedhöfen.

Etwas Zukunftsmusik gibt es auch schon: Nachdem das Blumengeschäft direkt an den von den Azubis neu gestalteten Eingangsbereich des Zentralfriedhofs gezogen ist, soll das frühere Geschäft zum neuen Friedhofsbüro umgebaut werden. Allerdings dauere das noch eine Weile, sagte Däne.

Die Friedhofsverwaltung ist unter Tel. 03461 / 21 40 65 zu erreichen.


    
    
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