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Bernburg

Suche nach Hintermännern des Sprengstoffanschlags

Rohrbombe zerstört Doppelfenster einer Wohnung - Staatsschutz ermittelt zusätzlich

erstellt 16.11.09, 18:58h, aktualisiert 16.11.09, 20:56h
Fenster eines Nebengebäudes
Ein Fenster eines Nebengebäudes des Schlosses Hohenerxleben wurde durch den Sprengsatz in Mitleidenschaft gezogen. (FOTO: DANIEL WRÜSKE)
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BERNBURG/VS/MZ. Nach dem Rohrbomben-Anschlag auf die Wohnung eines Iraners im Bereich des Schlosses von Hohenerxleben am vergangenen Wochenende hat die Polizei noch keine Hinweise auf die möglichen Täter. "Die Ermittlungen dauern an", sagte der Sprecher der Polizeidirektion Nord, Stefan Brodtrück, am Montag im Laufe des Tages. Inzwischen hat sich auch der Staatsschutz in die Ermittlungen eingeschaltet, da ein fremdenfeindlicher Hintergrund der Straftat nicht ausgeschlossen werden kann. Ob der Anschlag aber tatsächlich dem Iraner, der mit seiner Frau und einem Kind in dem Nebengebäude des Schlosses Hohenerxleben lebt und an einem Projekt mitarbeitet, gegolten hat, ist völlig offen.

Splitter wie Geschosse

Bei dem Sprengstoffanschlag in der Nacht zum Sonntag war ein Doppelfenster des Hauses, das von einer Stiftung als Kultur- und Bildungsstätte genutzt wird, zerstört worden. Die Explosion hatte Splitter wie Geschosse durch das Rauminnere fliegen lassen. "Für uns steht der Tatbestand einer Sprengstoffexplosion im Mittelpunkt der Ermittlungen", so Pressesprecher Stefan Brodtrück weiter. Den Sachschaden bezifferten die Ermittlungsbeamten auf etwa 100 Euro. Zum Zeitpunkt des Anschlags war laut Polizei niemand in der Wohnung. "Allerdings haben die unbekannten Täter schwere Verletzungen von Personen leichtfertig in Kauf genommen", so Polizeisprecher Brodtrück weiter: "Deswegen nehmen wir die Sache auch sehr, sehr ernst."

Mitarbeiter einer Spezialeinheit des Landeskriminalamtes sicherten bereits am Sonntagabend und im Laufe des Montags die Spuren. Zudem sind zahlreiche Anwohner befragt worden. Laut Polizei muss der Knall weithin hörbar gewesen sein. Gleichwohl sei Beamten des Polizeireviers in Bernburg der Anschlag erst am Sonntagmittag gemeldet worden.

Sprengsatz Marke Eigenbau

Für die Ermittler steht bislang fest, dass der Sprengsatz selbst gebaut worden ist. Hätten sich Personen in dem Zimmer befunden, wären sie verletzt, vielleicht sogar getötet worden. "Wir sind einfach nur froh, dass niemand zu Schaden gekommene ist", sagte der Geschäftsführer der Stiftung Schloss Theatrum Herberge Hohenerxleben, Heinrich Funke. Er betonte ebenfalls, dass die Täter rücksichtslos gehandelt hätten und so das Leben Dritter gefährdet haben. Er begrüßte außerdem das schnelle Handeln der Polizeibeamten. Hohenerxlebens Ortsbürgermeister Sven Wagner möchte zuerst die Ermittlungen abwarten, bevor er sich zum Sachverhalt äußert. "Vorher zu spekulieren, macht einfach keinen Sinn", so der erfahrene Kommunalpolitiker.


    
    
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