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Wilde Jagd mit bis zu zehn HS über Stock und Stein

VON PETER GODAZGAR, 15.11.09, 18:39h, aktualisiert 15.11.09, 18:56h
Immer der Nase nach
Immer der Nase nach: Die Strecke in Dieskau forderte Mensch und Tier. (FOTO: THOMAS MEINICKE)
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KABELSKETAL/MZ. Eigentlich ist es zu warm. Richtig wohl fühlten sich die Läufer nämlich erst bei fünf Grad unter Null, sagt Gerd Eberhardt. Trotzdem ist seine Mannschaft Sekunden vor dem Start kaum noch zu halten, die Team-Mitglieder springen in die Höhe und zerren an den Gurten. Willkommen beim zweiten Lauf der Mitteldeutschen Meisterschaft im Schlittenhunde-Wagenrennen.

Gut zehn Minuten später ist Gerd Eberhardt im Ziel - und fast so sehr außer Atem, wie seine Mannschaft, sechs Hunde der Rasse Siberian Husky. Über 4,5 Kilometer ging es über die sprichwörtlichen Stöcke und Steine: Quer übers Motocross-Gelände und durch den Dieskauer Park führte die Strecke.

Kraft und Konzentration

Man muss übrigens nicht glauben, dass der Schlittenhund-Besitzer bei der wilden Fahrt nur gemütlich auf seinem Wagen steht. Das geht schon deshalb nicht, weil die Tiere den Rennwagen und seinen Fahrer mit bis zu 40 Sachen über die Wege zerren. Auch zehn HS (Hundestärken) wollen erst einmal gebändigt sein. Bremsen, Lenken, Kommandos rufen - das kostet zusätzlich Kraft und Konzentration.

Ja, und manchmal muss man auch mithelfen: Eberhardts Hunde, sechs Geschwister aus einem Wurf, sind inzwischen gut zehn Jahre alt - "die drehen sich am Berg schon mal um und gucken, ob ich auch mitschiebe", sagt der 54-jährige Landwirt aus Beuditz bei Großkugel. Und wenn er nicht hilft? "Dann kann es sein, dass sie stehen bleiben", sagt Eberhardt schmunzelnd.

Und so herrscht über dem Gelände denn auch eher eine heitere, denn verbissene Stimmung. Der sportliche Ehrgeiz sei natürlich da, vor allem aber gehe es darum, Spaß zu haben, die Gesundheit jedenfalls sei wichtiger als die Bestzeit, sagt Caterina Klinkhardt, die nicht nur Pressesprecherin des Mitteldeutschen Schlittenhunde-Clubs, sondern natürlich auch eine von 61 Startern ist.

Aus halb Deutschland sind die Teilnehmer angereist. Die jeweils Besten suchten sie in verschiedenen Disziplinen an zwei Wettkampftagen: Am spektakulärsten waren natürlich die Achter- und Zehner-Gespanne. Es folgten Rennen mit sechs Hunden, mit vier sowie zwei Hunden; außerdem gingen an den Start: Radfahrer, die von einem oder zwei Hunden gezogen werden. Schließlich: die Läuferklasse, Jogger also, die sich mit einem oder zwei Tieren auf den Parcours begeben.

Keine Haufen, nirgends

Kleine Beobachtung am Rande: 280 Hunde (davon 268 Wettkampf-Teilnehmer) bevölkerten am Wochenende das Motocross-Gelände. Die Gefahr, in einen Haufen zu treten, war erstaunlicherweise gleich Null.

Der dritte Meisterschaftslauf findet am 20. und 21. März in Ziegelroda bei Querfurt statt.


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