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Schüler sensibilisiert für fairen Umgang mit anderen

Ferropolis-Schule: Seit fast einem Jahrzehnt gibt es in Gräfenhainichen eine spezielle Themen-Woche

VON ULF ROSTALSKY, 10.11.09, 20:06h, aktualisiert 10.11.09, 22:11h
Antonia und Andrew
Antonia und Andrew aus der achten Klasse staunten nicht schlecht über die Ausstellung, die Dietmar Sette entworfen hat. (FOTO: THOMAS KLITZSCH)
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GRÄFENHAINICHEN/MZ. Schüler und Kollegium der Gräfenhainichener Ferropolis-Schule wollen auch in diesem Jahr den Finger in die Wunde legen. Sie wollen werben für Anerkennung und Respekt untereinander und haben deshalb die "Woche der Toleranz" ausgerufen.

Die sei alles andere als eine neue Idee, bestätigt Katlen Dyballa. Unter Federführung der pädagogischen Mitarbeiterinnen sei das Projekt schon vor neun Jahren ins Leben gerufen worden. "Aber das Thema hat nichts an Aktualität verloren." Katlen Dyballa macht die Aussage nicht am Alltag in der Sekundarschule fest. Die sei nicht anders als andere Bildungseinrichtungen auch. Doch sieht sie zusammen mit ihren Kollegen in allen Altersgruppen und eben auch unter Schülern großen Bedarf, sich mit Toleranz auseinanderzusetzen.

Die "Woche der Toleranz ist ein anerkanntes Projekt, wird vom Landes-Kultusministerium unterstützt und kann auf Hilfe von Akteuren von außerhalb bauen. Dietmar Sette, Bundespolizist und als ehrenamtlicher Helfer stets und ständig für Toleranz und gegen Gewalt unterwegs, stellte den Gräfenhainichenern eine selbst kreierte Ausstellung zu Verfügung. "Jeder Einzelne ist stark. Doch alle gemeinsam sind wir stärker", meint Sette und hat seine Schau nicht allein mit Fotos und Fakten zur rechten Szene und Gewalt bestückt. "Mich freuen die sehr deutlichen Sprüche, mit denen er die Schüler konfrontiert", betont Katlen Dyballa. Sette macht auf Kleidung aufmerksam, die sich in rechten Kreisen großer Beliebtheit erfreut. Er präsentiert gängige Zahlenkombinationen, hinter denen klare Botschaften stecken. Er meint aber auch, dass niemand links sein müsse, um rechts zu widerstehen. "Tue einfach irgend etwas", steht in fetten Lettern geschrieben.

Antonia und Andrew aus der achten Klasse nehmen die Ausstellung genau in Augenschein. Sie werden aber in der "Woche der Toleranz" auch nach Berlin fahren, dort den Bundestag und das Holocaust-Mahnmal besichtigen. Die Schüler der neunten Klassen sollen sich mit "Hitler und seinen Helfern", die zehnten Klassen intensiver mit Settes Ausstellung auseinandersetzen. Sport spielt in Klasse sechs eine zentrale Rolle. "Die Mädchen und Jungen sollen verstehen, dass miteinander sehr viel mehr bewegt werden kann", erklärt Katlen Dyballa den Sinn hinter dem Wettstreit. "Natürlich wird von ihnen auch gefordert, trotz Sieg oder Niederlage Fairness zu beweisen." Konflikte ohne Gewalt zu lösen, werden die Schüler der siebenten Klasse lernen. Sie haben einen Anti-Gewalt-Trainer zu Gast, während die Fünftklässler von Polizisten in Grundfragen von Straftaten und deren Folgen eingeführt werden.

Alles läuft neben dem normalen Unterricht, ist Ergänzung, soll aber keine Last sein. "Wir wollen die Schüler wachrütteln, informieren und sie vor allen Dingen für den fairen Umgang mit anderen Personen sensibilisieren", so Katlen Dyballa.


    
    
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