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Mord im Gerichtssaal

Alex W. ist eventuell schuldunfähig

Mutmaßlicher Täter war vor zehn Jahren wegen psychischer Erkrankung ausgemustert worden

erstellt 17.10.09, 14:33h
Öffentliche Trauerfeier
Weiße Rosen und Beileidsbekundungen für die im Dresdner Landgericht erstochene Ägypterin Marwa El-Sherbini (Archiv). (FOTO: DPA)
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München/Dresden/ddp. Der mutmaßliche Mörder der 31-jährigen Ägypterin Marwa el-Sherbini ist möglicherweise schuldunfähig. Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins «Focus» war der im russischen Perm aufgewachsene Alex W. vor zehn Jahren wegen eines Paragrafen vom Wehrdienst befreit worden, der «ausgeprägte, langwierige psychotische Zustände» wie Schizophrenie, chronische Wahnzustände und affektive Psychosen aufzähle.

Nach Angaben von Oberstaatsanwalt Christian Avenarius liegt bislang noch keine Antwort auf das Rechtshilfeersuchen aus Russland vor, in dem nach den Gründen für die Ausmusterung des 28-jährigen Tatverdächtigen gefragt worden war. «Der psychiatrische Sachverständige hat vorläufig keine Anhaltspunkte für die Aufhebung der Schuldfähigkeit», sagte Avenarius am Samstag auf ddp-Anfrage.

Alex W. wird sich ab dem 26. Oktober vor dem Landgericht wegen Mordes an der Ägypterin und versuchten Mordes an ihrem 32-jährigen Ehemann verantworten müssen. Die schwangere Frau war kurz nach der Tat am 1. Juli noch im Gericht gestorben, ihr Ehemann wurde lebensgefährlich verletzt. Der Sohn der beiden hatte die mit einem Küchenmesser verübte Bluttat mit ansehen müssen.

W. soll aus «Hass auf Nichteuropäer und Moslems» gehandelt haben. Er war 2003 aus Russland nach Deutschland gekommen. In der Gerichtsverhandlung ging es um eine gegen ihn verhängte Geldstrafe wegen Beleidigung, die Ägypterin sagte als Zeugin aus. W. hatte sie auf einem Dresdner Spielplatz unter anderem als «Islamistin» und «Terroristin» beschimpft.

Die Bluttat im Dresdner Gericht hatte in Ägypten für großes Aufsehen gesorgt und Proteste ausgelöst. Für den neuen Prozess gegen W. sind elf Sitzungstage bis zum 11. November angesetzt worden. Angekündigt wurden erhebliche Sicherheitsvorkehrungen.


    
    
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