Bundes-Institut
Werden Ossis bei Chefposten übergangen?
Ärger um Berliner Direktorenposten - Ausschreibung richtet sich indirekt gegen Ostdeutsche
VON MARKUS DECKER, 21.07.09, 20:03h, aktualisiert 21.07.09, 20:04h

Die Besetzung des Direktorenpostens des Deutschen Instituts für Menschenrechte in Berlin sorgt für Ärger.(FOTO: DPA)
BERLIN/MZ. Die Besetzung des Direktorenpostens
des Deutschen Instituts für Menschenrechte
in Berlin sorgt für Ärger. Unionsfraktionsvize
Arnold Vaatz monierte gegenüber der MZ, der
Ausschreibungstext lasse den Schluss zu, dass
das Kuratorium auf dem Direktorenposten eine
Persönlichkeit mit ostdeutscher Biografie
verhindern möchte. "Denn die Bewerbungskriterien
,profunde Kenntnisse im Völker-, Verfassungs-und Europarecht’ kombiniert mit der Voraussetzung
,Leitungserfahrung’ erfüllt kein Ostdeutscher,
sofern er noch bis zum Ende der DDR-Zeit seine
Ausbildung beendet hat", sagte Vaatz.
Die Benachteiligung treffe besonders ehemalige
Bürgerrechtler, die in ihrem Fortkommen vom
Staat behindert worden seien. "Meine Generation
der 45- bis 55-jährigen Ostdeutschen ist aufgrund
formaler Voraussetzungen ausgeschlossen, an
wesentlichen Stellen mitzuwirken", so Vaatz
weiter. Dies falle umso mehr ins Gewicht,
als das Institut nach "das Andenken auch an
die Opfer der SED-Diktatur öffentlich pflegen"
will. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Stephan
Hilsberg sagte, auf nachgeordneten Stellen
des Bundes hätten "nur wenige Ostdeutsche
Platz genommen". Eine Ausnahme sei der Präsident
der Bundeszentrale für politische Bildung,
Thomas Krüger.
Das 20 Mitarbeiter zählende Institut wird
von der Bundesregierung finanziert und kümmert
sich um die Lage der Menschenrechte in Deutschland.
In der Sitzung des Kuratoriums am Mittwoch wird
die Entscheidung über den neuen Direktor getroffen.
Amtsinhaber Heiner Bielefeldt wird Professor
in Erlangen.












































