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Energie

Solarfirmen bricht das Geschäft weg

Branchenprimus Q-Cells rutscht in die roten Zahlen - Unternehmen setzen verstärkt auf Kurzarbeit

VON STEFFEN HÖHNE, 14.07.09, 10:12h, aktualisiert 14.07.09, 23:22h
Q-Cells
Das Gebäude des Solarzellen-Herstellers Q-Cells in Thalheim (FOTO: DPA)
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BITTERFELD-WOLFEN/MZ. Die Wirtschaftskrise trifft die großen Solar-Firmen in Mitteldeutschland mit voller Wucht. Der weltgrößte Solarzellen-Hersteller Q-Cells aus Bitterfeld-Wolfen rutschte im zweiten Quartal in die roten Zahlen. Im operativen Geschäft fiel ein Verlust von 62 Millionen Euro an, teilte Q-Cells gestern mit. Unter dem Strich ist das Minus noch größer, da noch Abschreibungen in Höhe von 200 Millionen Euro anstehen.

Niedrige Absatzmengen, die Verschiebung eines Großprojektes und der anhaltende Preisverfall für Solarzellen ließen den Umsatz auf 142 Millionen Euro einbrechen. Das war weniger als die Hälfte wie im Vorjahreszeitraum. Eine Prognose für das Gesamtjahr wagt das Unternehmen nicht mehr. Vielmehr tritt Q-Cells auf die Kostenbremse. "Wir werden die Kurzarbeit noch einmal ausweiten", sagte Konzernsprecher Markus Wieser. Derzeit würden etwa 2 000 der rund 2 500 Mitarbeiter kurzarbeiten. Stellenstreichungen seien aber nicht geplant. Das Unternehmen betonte, finanziell auf gesunden Füßen zu stehen. In der Kasse seien rund 520 Millionen Euro. An der Börse sorgten die Zahlen für schlechte Stimmung. Der Aktienkurs fiel um 16 Prozent.

Getroffen von der Krise in der Solarbranche ist auch das benachbarte Unternehmen Sovello. "Unsere Produktion wird 2009 wohl etwas unter dem Vorjahresniveau bleiben", sagte Sprecher Stephan Droxner. Ein Großteil der rund 1 200 Beschäftigten war im Juni in Kurzarbeit. Probleme gibt es auch beim Erfurter Solarzellen-Hersteller Ersol. Die Bosch-Tochter, die derzeit 500 Millionen Euro in neue Anlagen investiert, rechnet für dieses Jahr mit roten Zahlen.

Nach Ansicht von Theo Kitz vom Bankhaus Merck, Finck & Co ist nicht nur die Finanzkrise für die Misere verantwortlich. "Viele Unternehmen haben sich zu spät auf eine sinkende Nachfrage eingestellt", so Kitz. So habe sich der Rückgang der Solarförderung in Spanien negativ ausgewirkt. Kitz rechnet aber damit, dass mit den Klimaprogrammen in den USA und China spätestens nächstes Jahr der Solar-Markt wieder stark wachsen wird.


    
    
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