Multimedia
Dom-Rundgang vom Sofa aus
Student Thomas Pencs entwickelte eine virtuelle Erkundungstour im und um das Gotteshaus
VON JESSICA QUICK, 02.11.09, 21:14h, aktualisiert 02.11.09, 23:54h

Die Schauspieler Axel Kohout und Andrea Ummenberger führen den Betrachter dank vielfältiger multimedialer Tricks durch den Dom. (FOTO: MZ-REPRO)
HALLE/MZ. Das derzeitige Regenwetter lässt die Motivation zu ausgedehnten Spaziergängen sinken - erst recht zu Stadtrundgängen. Doch zumindest den Dom kann man seit kurzem auch ganz bequem von zu Hause aus besichtigen - nämlich virtuell. Thomas Pencs, ehemaliger Student der Halleschen Europäischen Journalistenschule (Halesma A. N. D.), hat sein multimediales Abschlussprojekt zum Dom in Halle online gestellt.
Darin erklären die beiden Schauspieler Andrea Ummenberger und Axel Kohout von den Altären und Statuen im inneren Bereich bis hin zu den Rundgiebeln nach italienischem Vorbild in der Außenansicht alles, was den Dom so besonders macht. Neben etlichen Fotos und etwa 50 verschiedenen Videos in und um den Dom unterstützt vor allem die dreidimensional modellierte Ansicht des Sakralbaus die Erkundungstour.
"Ich bin in der Vorbereitung oft über den Domplatz geschlendert und habe festgestellt, dass alles so zugebaut ist und kaum eine Möglichkeit besteht, die ehemalige Klosterkirche in ihrer kompletten Pracht anzuschauen. So kam mir die Idee, den Dom mit Hilfe eines 3-D-Computerprogramms zu modellieren und damit freistellen zu können", erzählt der 42-jährige Pencs.
Einen Monat hat den gebürtigen Vogtländer allein die virtuelle Nachahmung gekostet. Dazu kommen Recherchen bei verschiedenen Ausstellungen, im Stadtarchiv und im Denkmalamt, wo er auf alte Bauzeichnungen und Skizzen gestoßen ist, die für die Modellierung grundlegend nötig waren. Noch einmal zwei Monate benötigte Pencs für die aufwendige Programmierung in Flash und die Dreharbeiten, für die er sich im Vorfeld bei der Stiftung "Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt" die Bild- und Tonrechte besorgte. Nicht zuletzt arbeitete Pencs zusammen mit den Schauspielern in einer so genannten Blue Box, denn auch Ummenberger und Kohout, die an dem Projekt kostenlos mitarbeiteten, mussten freigestellt werden, um als virtuelle Moderatoren agieren zu können.
Entstanden ist eine Erkundungstour durch eines der Wahrzeichen Halles, die, unterstützt durch die innovative Navigationstechnik und ungewöhnliche Kamerafahrten, fundiertes Wissen zum Dom vermittelt. Dass das Projekt ankommt, hat Pencs schon bei Präsentationen unter anderem bei der Cebit, der weltweit größten Messe für Informationstechnik, oder den Hochschulinformationstagen der Uni Halle erfahren können. "Vor allem Hallenser finden es phantastisch, den Dom aus anderen Perspektiven sehen zu können", sagt Pencs.
Mittlerweile hat der studierte Diplomkaufmann, der inzwischen in Mönchengladbach bei einem Tochter-Konzern der Metro für das E-Learning zuständig ist, kaum noch Zeit für Präsentationen. Umso wichtiger war es Pencs, das Projekt kostenlos online zu stellen. Für die virtuelle Erkundungstour benötigt man einen Computer mit DSL-Zugang und einen Flashplayer 10, den man sich kostenfrei im Internet herunterladen kann.




































































































