Trommelklänge und Tanz-Kampf Capoeira
Quedlinburger Bosseschule startet «Instant Acts gegen Gewalt und Rassismus»
VON PETRA KORN, 26.10.09, 17:58h, aktualisiert 26.10.09, 21:28h

Moussa aus Burkina Faso trommelt mit den Schülern auf den Djemben und kommt ihnen über die rhythmische Musik schnell näher. (FOTO: CHRIS WOHLFELD)
QUEDLINBURG/MZ. "And hopp, hopp", fordert Damian Dudkiewicz, mit den Händen an einer imaginären Tür entlangtastend und diese öffnend, zum Mitmachen auf. Noch etwas zögerlich folgen die Schüler - doch die Übung macht die Pantomime. "Das macht Spaß", findet Kevin, der zu jenen Schülern gehört, die sich bei dem Theaterprojekttag "Instant Acts gegen Gewalt und Rassismus" an der Bosseschule in Quedlinburg für den Pantomime-Workshop entschieden hat. "Weil", so begründet der Zwölfjährige, "ich das lustig finde. Da kann man viel lernen, und ich finde das auch als Show-Act interessant."
Unter dem Titel "Instant Acts" bieten junge Künstler des Berliner Vereins Interkunst Projekttage für Jugendliche an. Bereits zum elften Mal in Quedlinburg zu Gast, wie Anne Riedel vom Kinder- und Jugendbüro der Stadt Quedlinburg weiß, gestaltete das Künstler-Team in diesem Jahr erstmals einen Theaterprojekttag mit Workshops an der Bosseschule. Die Idee dafür, so erklärte Schulleiter Manfred Scherer, ist in Zusammenarbeit mit dem Jugendbüro der Stadt entstanden und konnte jetzt gemeinsam mit dem Jugendbüro und der Unterstützung durch die Wohnungswirtschaftsgesellschaft Quedlinburg und die Awo Quedlinburg umgesetzt werden. Das Theaterprojekt richtet sich gegen Rassismus und Gewalt und wirbt für Toleranz: In der Zusammenarbeit mit Künstlern verschiedener Nationalitäten lernen die Schüler fremde Kulturen kennen, werden Berührungsängste abgebaut und Kommunikation untereinander trainiert, verwies Manfred Scherer auch darauf, dass in den Workshops ausschließlich Englisch gesprochen wird.
Zum Auftakt des Projekttages stellten die jungen Künstler, die unter anderem aus Australien, Brasilien, Burkina Faso, Deutschland, Großbritannien, Polen, Tschechien und dem Libanon stammen, zunächst ihre acht Workshops vor, in die sich die rund 150 Schüler der siebten bis zehnten Klassen dann einwählen konnten. Knapp zwei Stunden intensiven Übens und Probens später ließen die Schüler gemeinsam mit den Künstlern aus verschieden gezischten "C", aus "Pch" und "Ks" im "Beat-Box"-Workshop bekannte Hits erklingen und legten beim "Hip Hop Cance" in der Aula letzten Schliff an die Choreografie. Mitreißend rhythmisch und nach einer echten Trommlerband klang, was die knapp 20 Schüler gemeinsam mit Moussa aus Burkina Faso auf den Djemben trommelten. Letzte Vorbereitungen auch in den Workshops "Liedermaching", der "Alternativen Percussion" und "Capoeira", einer brasilianischen Tanz-Kampf-Sportart, ehe dann alle Gruppen ihre Arbeitsergebnisse in der Turnhalle präsentierten.
Im Anschluss daran gestalteten die Künstler eine professionelle Bühnenshow und zeigten Szenen und Choreographien, welche sich mit den Thema Gewalt und Rassismus auseinander setzen und unter der Regie von Till Dellers vorbereitet wurden. Bei dieser Aufführung konnten auch die besten drei Workshop-Schülergruppen noch einmal ihr gerade erworbenes Können zeigen.












































