Ersatzschule erhält einen Namen
Corinna von Anhalt enthüllt die Tafel - Herzogin Friedrike wird gewürdigt
VON ANDREAS BRAUN, 09.09.09, 18:27h, aktualisiert 09.09.09, 21:02h

Corinna Prinzessin von Anhalt enthüllte am Mittwoch die Tafel an der Ersatzschule, die den Namen von Herzogin Friedrike trägt. (FOTO: SUSANNE THON)
BERNBURG/MZ. Die Ersatzschule der Stiftung Evangelische Jugendhilfe an der Rittmeisterstraße hat einen Namen. Zehn Jahre nach der Gründung der Schule, in der Kinder und Jugendliche gehen, die an den üblichen Schulen aus irgendeinem Grund "ausgemustert" sind, wurde ihr der Name "Stiftungsschule Friedrike zu Anhalt" verleihen.
Standesgemäß enthüllte Corinna Prinzessin von Anhalt, die Frau des legitimen Erbfolgers Prinz Eduard von Anhalt, die Namenstafel. "Es ist hier wunderbare Arbeit geleistet worden im Sinne der Nächstenliebe", sagt die Prinzessin und adelte so auch das Wirken der elf Lehrer der Schule.
Der Standort, den die Stiftung betreibt, hat Tradition. Herzogin Friedrike von Anhalt hatte den hier beheimateten herzoglichen Küchengarten gestiftet. Gefallene Mädchen sollten hier Ruhe finden und wieder ein lebenswertes Leben führen. Dazu gehörte, dass sie im Garten Gemüse anbauten, wovon sie sich ernähren konnten. Damit waren die Anfänge sozialer Arbeit gelegt. Zu DDR-Zeiten war hier der Jugendwerkhof, die gefallenen Mädchen waren Problembürgerinnen und wurden hier unter strengem Regime dazu anhalten, einen Neustart zu finden. Heute nennt sich das alles verhaltensgestörte Kinder und Jugendliche, die in ihrer Familie nicht zurecht kommen. Sie wohnen auf dem Gelände, gehen meist in reguläre Schulen.
Auf dem Gelände ist auch die Ersatzschule. Hier sind eben solche Schüler untergebracht, die in der regulären Schule aus der Rolle fallen. Sie landen in der Ersatzschule, die anerkannt ist und in der man einen Hauptschulabschluss oder einen qualifizierten Hauptschulabschluss erwerben kann. 38 Schüler sind derzeit in der Schule, die von elf Lehrern in kleinen Gruppen individuell betreut werden, sagt Birgit Haude, Bereichsleiterin bei der Stiftung. "Es gibt Leute, die sagen, die Schüler hier sind privilegiert, weil sie in eigenen Räumen mit Küchen und eigenem Zugang in kleinen Gruppen unterrichtet werden. Aber ich sage, dass alle anderen, die nicht hier sind, privilegiert sind, weil sie nicht diese Probleme der Kinder haben", sagte Klaus Roth, Geschäftsführer der Stiftung.












































