Landtag
Kriminalisierte Polizei Netzwerk gegen Rechts?
Umstrittene Fotos mutmaßlicher Rechtsradikaler - Untersuchungsausschuss hat einen neuen Fall
erstellt 18.05.09, 11:22h, aktualisiert 18.05.09, 11:25h

In der rechtsextremen Szene in Sachsen-Anhalt dominieren nach wie vor die Männer. Lediglich zehn bis 15 Prozent sind Frauen. (FOTO: DPA)
Magdeburg/dpa. Der Polizei-Untersuchungsausschuss des
Landtags beschäftigt sich seit Montag mit polizeilichen Ermittlungen
gegen den Leiter der Netzwerkstelle gegen Rechtsextremismus in
Dessau-Roßlau, Steffen Andersch. Dieser hatte am 14. September 2006
während einer Veranstaltung gegen Rechtsextremismus in Bergwitz
(Landkreis Wittenberg) Fotos mutmaßlicher Rechtsradikaler gezeigt. Es
handelte sich um einen lokalen NPD-Funktionär und den Mitarbeiter
eines Ladens in Wittenberg, der die bei Rechten beliebte Modemarke
Thor Steinar verkauft. Einige Zeit später ermittelte die Polizei
deswegen gegen Andersch, die Staatsanwaltschaft stellte die
Ermittlungen später ein.
Zwei bei der fraglichen Veranstaltung anwesende Polizisten sagten
als Zeugen vor dem Ausschuss, die Ermittlungen seien nicht auf ihr
Betreiben hin eingeleitet worden. Zwar habe er die Art und Weise der
Foto-Veröffentlichung nicht in Ordnung gefunden, sagte einer der
Zeugen in der Ausschuss-Sitzung in Magdeburg. Ein strafbares
Verhalten sei für ihn aber nicht erkennbar gewesen. Der andere Zeuge
erklärte, er habe als Privatmann an der Veranstaltung teilgenommen.
Der Untersuchungsausschuss hatte sich rund eineinhalb Jahre lang
mit dem Fall dreier Ex-Staatsschützer der Polizeidirektion Dessau-Roßlau beschäftigt, die sich von Vorgesetzten bei Ermittlungen gegen
die rechte Szene gebremst fühlten. Der seit Montag behandelte neue
Fall wurde auf Wunsch der Linkspartei auf die Agenda des Gremiums
gesetzt. Diese vermutet, dass die Polizei versucht hat, einen gegen
Rechtsextreme engagierten Menschen zu kriminalisieren.
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