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Brand in Schönebeck

Opferberatung übt Kritik an Ermittlungen

Staatsanwaltschaft geht von Sachbeschädigung aus

erstellt 13.05.09, 14:28h, aktualisiert 14.05.09, 21:04h
SCHÖNEBECK/MZ/AST. Die Beratung für Opfer rechter Gewalt in Sachsen-Anhalt hat gestern Kritik am Vorgehen der Staatsanwaltschaft im Fall des Schönebecker Brandanschlages vom Dienstag geübt. "Sie behandelt das Ganze derzeit wie einen Dumme-Jungen-Streich. Das ist es aber nicht", sagte Heike Kleffner von der Opferberatung vor dem Hintergrund, dass gegen die zwei 17- und 20-jährigen Tatverdächtigen lediglich wegen Sachbeschädigung ermittelt wird. "Ein Feuer in einem bewohnten Haus zu legen, ist kein Bagatelldelikt", sagte Kleffner. Drei Kinder waren mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung in ein Krankenhaus gebracht worden. Die Verdächtigen sollen in einem Mehrfamilienhaus, in dem unter anderem eine zwölfköpfige irakische Familie lebt, einen Kinderwagen in Brand gesetzt haben. Der Jüngere hatte angegeben, "eine gewisse Abneigung gegen Ausländer" zu haben. Er ist der Polizei bereits wegen rechtsextremer Taten bekannt. Diese hatte einen Haftantrag wegen schwerer Brandstiftung erwogen, was die Staatsanwaltschaft jedoch abgelehnt hatte.

"Das ist und bleibt Sachbeschädigung", sagte gestern die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Magdeburg, Silvia Niemann. Nach bisherigen Erkenntnissen hätten die Täter Zigarettenkippen in den Keller des Hauses geworfen, wo der Kinderwagen stand und daraufhin in Brand geraten sei. Die Ermittlungen auch zur Frage nach dem Motiv seien noch nicht abgeschlossen. So wohnt auch die Mutter eines der Verdächtigen in dem Haus. Von familiären Problemen war die Rede.

Kleffner kritisiert zudem, dass der Kinderwagen als Beweisstück nicht sichergestellt worden sei. Polizei-Sprecherin Nicole Gründler sagte gestern dazu: "Noch am Abend des Brandes wurden Proben des Kinderwagens vor Ort entnommen und zum Landeskriminalamt gebracht." Bei den Untersuchungen seien keine Spuren von Brandbeschleuniger festgestellt worden.

"Wir hoffen, dass die Stadt bis Anfang nächster Woche eine angemessene Wohnung zur Verfügung stellt, in der die irakische Familie sicher ist", so Kleffner. Schönebecks stellvertretender Oberbürgermeister Dieter Krüger hat dafür bereits Unterstützung angeboten.


    
    
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