Sachsen-Anhalt
Rechtsextreme sind überwiegend männlich
Hövelmann: «Frauen spielen eine deutlich untergeordnete Rolle» - Lediglich zehn bis 15 Prozent sind weiblich
erstellt 12.05.09, 16:42h, aktualisiert 12.05.09, 16:45h

In der rechtsextremen Szene in Sachsen-Anhalt dominieren nach wie vor die Männer. Lediglich zehn bis 15 Prozent sind Frauen. (FOTO: DPA)
Magdeburg/dpa. Die rechtsextreme Szene in Sachsen-Anhalt
wird nach wie vor von Männern dominiert. Frauen stellen nur etwa 10
bis 15 Prozent der Rechtsradikalen, wie Innenminister Holger
Hövelmann (SPD) am Dienstag bei der Vorstellung eines entsprechenden
Berichts in Magdeburg sagte. Gleichwohl sei die Tendenz zu erkennen,
dass einzelne Frauen zunehmend Führungspositionen anstrebten. Die
meisten agierten jedoch als Unterstützerinnen ihrer in der rechten
Szene aktiven männlichen Partner. Von den 76 Kandidaten, die für die
NPD bei den Kommunalwahlen am 7. Juni antreten, seien 12 (16 Prozent)
Frauen. Auf der NPD-Liste zur Bundestagswahl finde sich eine Frau.
«Generell gilt: Innerhalb des Phänomenbereichs Rechtsextremismus
spielen Frauen eine deutlich untergeordnete Rolle», sagte Hövelmann.
«In rechtsextremistischen Denkmustern wird die Frau - insbesondere
durch die das Meinungsbild prägenden männlichen Szeneangehörigen -
auf die Rolle als Mutter und Hausfrau reduziert - dies offenbar auch,
um nicht die eigene Vorherrschaft aufs Spiel zu setzen.»
Es gebe aber Ausnahmen: So sei der rund 250 Mitglieder umfassende
NPD-Landesverband bis September 2008 von Carola Holz geführt worden.
Im neuen achtköpfigen Landesvorstand gebe es mit Heidrun Walde
(Schneidlingen) eine Frau. Eine weitere Frau in einer
Führungsfunktion sei Judith Rothe (Sotterhausen) als Vorsitzende des
Kreisverbandes Mansfeld-Südharz. Sie fungiere gleichzeitig als
Landessprecherin des «Rings Nationaler Frauen» (RNF), der zuletzt
jedoch kaum in Erscheinung getreten sei.
Der Frauenanteil an den politisch motivierten Straftaten
Rechtsradikaler lag den Angaben zufolge im Vorjahr bei 3,4 Prozent.
Die absolute Zahl der von Frauen begangenen Taten stieg zwar auf
zuletzt 60, ihr Anteil an der Gesamtzahl war jedoch rückläufig.

































