MDR
Sender spekulierte mit riskanten Wertpapieren
«Bild»: Ende 2005 wurden rund 537 Millionen Euro in Fonds angelegt - Dramatischer Kursverlust
erstellt 16.04.09, 08:26h

Blick auf das MDR-Funkhaus (r.) und die Georg-Friedrich-Händel-Halle (r.) an der Spitze in Halle (FOTO: GÜNTER BAUER)
Berlin/ddp. Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) hat nach «Bild»-Informationen Finanzrücklagen in großem Stil in riskante Wertpapiere investiert und damit möglicherweise Millionen verloren. Das berichtet die Zeitung in ihrer Donnerstagausgabe unter Berufung
auf einen Bericht des Landesrechnungshofs Sachsen für den Sächsischen Landtag. Danach hatte der öffentlich-rechtliche Sender Ende 2005 knapp 537 Millionen Euro in Fonds angelegt und damit stille Rücklagen gebildet. «Diese sind im Zuge der sich seit Mitte 2008 verschärfenden Finanzkrise deutlich zurückgegangen», heißt es im Bericht der Rechnungsprüfer.
Der Zeitung zufolge hat der MDR zwischen 1994 und 1999 insgesamt
sieben Spezialfonds aufgelegt. Wegen dramatischer Kursverluste sei
der Wert der Rücklagen von knapp 625 Millionen Euro Ende 2000 auf
knapp 465 Millionen Euro Ende 2002 gesunken. Erst danach hätten sich
die Kurse wieder erholt. Allerdings seien sie dann durch die
Finanzkrise betroffen. Der Sender weigere sich aber, den aktuellen
Wertverlust offenzulegen.
Gerügt wird auch, dass MDR-Fonds Währungsspekulationen betrieben
und dabei Verluste machten. Außerdem habe ein Fonds bis zu 49,82
Prozent seiner Rücklagen in «risikobehaftete Geldanlagen» investiert,
obwohl nur 35 Prozent erlaubt seien.
MDR-Sprecher Stefan Mugrauer verteidigte die Finanzspekulationen.
«Gelder werden angelegt, weil sie zur Bedienung zukünftiger
Verpflichtungen wie Leasingraten, Betriebsrenten sowie anderer
Verbindlichkeiten benötigt werden«, sagte er dem Blatt. Dies ist bei
den Landesrundfunkanstalten »gängige Praxis".



































