Sachsen-Anhalt
Rechtsextremisten im Land kaum geschwächt
Innen-Staatssekretär Erben tritt weiter für ein Verbot der NPD ein
erstellt 11.04.09, 12:17h, aktualisiert 11.04.09, 15:30h
Magdeburg/dpa. Die Finanzkrise der NPD und das Verbot der
«Heimattreuen Deutschen Jugend» haben das rechtsextreme Lager in
Sachsen-Anhalt nach Ansicht des Innenministeriums nicht geschwächt.
Es wäre gefährlich, die Rechtsextremisten aufgrund der jüngsten
Ereignisse zu unterschätzen, sagte Innen-Staatssekretär Rüdiger Erben
(SPD) in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa in
Magdeburg. «Die Rechtsextremisten bauen nicht so stark darauf, was
ihre Obrigkeit in Berlin sagt, sondern auf die Basisarbeit.»
Erben weiter: «Dass die NPD klamm ist, ist keine wirklich neue
Erfahrung. Ich habe in den vergangenen Jahren oft gehört, dass sich
die Partei selbst zerlegt. Das geeignetste Mittel, die NPD zu
bekämpfen, wäre aber ihr Verbot.» Die Rechtsextremisten seien
aufgrund der finanziellen Probleme in den bevorstehenden Wahlkämpfen
jedoch erheblich geschwächt. Die NPD, die in Machtkämpfen zerstritten
ist, muss wegen eines falschen Rechenschaftsberichts für 2007
insgesamt 2,5 Millionen Euro Strafe an den Bundestag zahlen.
Das Verbot der «Heimattreuen Deutschen Jugend» (HDJ) wirke sich
deshalb kaum auf Sachsen-Anhalt aus, weil es hier nur in geringem Maß
HDJ-Aktivitäten gegeben habe. «Das Verbot war aber ein wichtiges
Signal in die rechte Szene hinein», sagte Erben. Bundesinnenminister
Wolfgang Schäuble (CDU) hatte die Organisation Ende März verboten.
Sie galt vor allem wegen ihrer Ferienlager als gefährlich, weil
Kindern und Jugendlichen nach Einschätzung der Behörden dort das am
Nationalsozialismus orientierte Weltbild der HDJ vermittelt wurde.
Das Ergebnis der NPD-Bundesvorstandswahl Anfang April wertete
Erben als Sieg derjenigen, die die NPD für die Kameradschaften
geöffnet haben. Die Partei hat in Sachsen-Anhalt weniger als 250
Mitglieder.
Erben bekräftigte, dass aus Sicht des Innenministeriums mit einer
Teilnahme der NPD an der Landtagswahl 2011 zu rechnen ist. «Wir gehen
davon aus, dass die NPD antreten und sich dabei der radikalen Kräfte
bedienen wird.» An der Landtagswahl 2006 hatte die rechtsextreme DVU
(3,0 Prozent) mit Unterstützung der NPD teilgenommen. Laut Erben ist
die Organisationskraft der DVU mittlerweile jedoch als deutlich
schwächer einzuschätzen.













































