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Saalekreis

Großversuch zum Klimawandel

In Bad Lauchstädt wird ein deutschlandweit einzigartiges Forschungsprojekt vorbereitet

VON GERT GLOWINSKI, 22.06.09, 20:15h, aktualisiert 22.06.09, 22:11h
UFZ-Versuchsstation
Wegen eines geplanten Umbaus haben die Mitarbeiter der UFZ-Versuchsstation Bad Lauchstädt viel zu tun. (FOTO: PETER WÖLK)
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BAD LAUCHSTÄDT/MZ. Das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) bereitet derzeit einen deutschlandweit einzigartigen Großversuch bei Bad Lauchstädt vor. Die Wissenschaftler versprechen sich davon neue Erkenntnisse in Zusammenhang mit dem Klimawandel in unseren Breiten.

Auf mehr als zwölf Hektar Fläche soll der Einfluss des Klimawandels unter anderem auf Boden und Pflanzen untersucht werden. So kann in großem Maßstab zum Beispiel Regen abgehalten werden, um zu untersuchen, welche Langzweitwirkung das auf die hiesige Flora hat. Auch die Co-2-Konzentration kann durch die Wissenschaftler vorrübergehend künstlich erhöht und die Folgen auf das Ökosystem untersucht werden. Die Ergebnisse aus diesen Langzeit-Versuchen sollen wichtige Erkenntnisse für Landwirtschaft und auch Politik liefern.

Die Helmholtz-Gemeinschaft finanziert das Projekt mit vier Millionen Euro. "Ein Teil der Mittel fließt bereits im kommenden Jahr, 2011 wird aber der Großteil ausgezahlt", sagte Dr. Ines Merbach vom UFZ in Bad Lauchstädt.

Der Großversuch ist auf eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren angelegt. "Wir stellen hier in Bad Lauchstädt sozusagen eine experimentelle Plattform zur Verfügung, die dann von Wissenschaftlern anderer Forschungseinrichtungen mit genutzt werden kann", so Merbach. Verantwortlich für den Großversuch sind Prof. Dr. François Buscot und Dr. Stefan Klotz, die beiden wissenschaftlichen Leiter der Versuchsstation in Bad Lauchstädt.

Mehr als eine halbe Million Euro wird zunächst jedoch in die Versuchsstation in Bad Lauchstädt investiert. Mit diesem Geld aus dem Konjunkturprogramm sollen eine Technikhalle sowie ein Gebäude für Archive und Probenaufbereitung gebaut werden. Die neue Technikhalle soll rund 1000 Quadratmeter Fläche haben. Dort kann Feldversuch-Technik wie zum Beispiel Pflüge untergebracht werden, die bisher im Freien stand.

Die Versuchsstation Bad Lauchstädt gehört zum Fachbereich Biodiversität und Terrestrische Ökosysteme. Sie ist die experimentelle Basis für die Umweltforschung des UFZ. Der Standort bietet die Vorraussetzungen, um unterschiedliche ökologische Systeme untersuchen zu können. Sie reichen von Klimakammer- über Warmhaus- und Kalthausexperimenten bis hin zu so genannten Manipulationsversuchen im Freiland - um solche Versuche geht es auch bei dem geplanten Großprojekt. Die bisher in Bad Lauchstädt zur Verfügung stehende Gesamtfläche beträgt 13,5 Hektar.

Die Versuche im Saalekreis dienen dem besseren Verständnis der komplexen Beziehungen im System Boden-Pflanze-Atmosphäre. Hier werden Bedingungen simuliert, die sich aus der Landwirtschaft oder den klimatischen Veränderungen ergeben.



    
    
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