Bernburg
Bunte Bank statt «brauner Dunst»
Schüler starten Aktion vor NPD-Geschäftsstelle - Bedenken vor möglichen Übergriffen
VON SUSANNE BERNSTEIN, 19.06.09, 17:41h, aktualisiert 19.06.09, 21:08h

Unter dem Motto «Aus Braun mach Bunt» haben am Freitag Schüler des Gymnasiums Carolinum die Bank vor dem Gebäude Markt 28 bemalt. (FOTO: PÜLICHER)
BERNBURG/MZ. Ein Zeichen gegen Rechts haben am Freitag Zehntklässler des Gymnasiums Carolinum auf dem alten Markt in Bernburg gesetzt. Unter dem Motto "Aus Braun mach Bunt" haben die Schüler die Bank vor dem ehemaligen Regierungsgebäude am Bernburger Markt 28 bemalt. Denn in dem Gebäude befinden sich - neben Arztpraxen - die Bundesgeschäftsstelle der Jungen Nationaldemokraten (JN) und die Landesgeschäftsstelle der NPD. "Wir wollen damit zeigen, dass wir mit dem, was sich hinter den Mauern abspielt, nicht einverstanden sind", sagte Roland Wiermann, Sprecher des "Bernburger Bündnisses für Demokratie und Toleranz - gegen Rechtsextremismus und Gewalt". Die Idee, eben diese braune Bank in eine bunte zu verwandeln, hatten die Bündnismitglieder und sind damit an die Kunstlehrerin Doris Maegde herangetreten.
"Alle Schüler waren sofort hellauf begeistert, mitzumachen", sagte die Lehrerin. Gleichwohl gab es auch Schüler, die sehr gern bei dem Projekt mitgemacht hätten, aus Bedenken vor möglichen Übergriffe ihre Teilnahme dann aber doch abgesagt haben. "Ich kann die jungen Leute gut verstehen", sagte Lehrerin Doris Maegde.
Unterstützung gab es auch durch Bernburgs Oberbürgermeister Henry Schütze, der nach Auskunft von Wiermann das Projekt sofort bewilligte. Die Schüler entwickelten die ersten Entwürfe und Ideen bis schließlich die Endfassung stand: "Hier ist Platz für alle." Dieser Satz steht nun in großen Lettern auf der Rückenlehne der Bank. Eine Friedenstaube und Flaggen, die die verschiedenen in Bernburg lebenden Nationen zeigen, komplettieren das Bild. Platz für braunes Gedankengut ist dagegen im neben der Bank stehenden Mülleimer. Auch dieser ist Teil des Kunstwerkes gegen Rechts.
Viele Passanten beobachteten die Schüler während ihrer Malerarbeiten. Manch einer blieb stehen. Manch anderer warf im Vorbeigehen einen schnellen Blick auf die arbeitenden Jungen und Mädchen. "Bis auf ein, zwei Ausnahmen haben wir ausschließlich positive Resonanz von den Leuten erhalten", erzählte Kunstlehrerin Maegde.
Als weitere Aktionen des Bündnisses, sind im September ein Fußballspiel und ein Konzert an der Saale gegen Rechts geplant. Das Bündnis zählt aktuell über 110 Mitglieder.












































