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Kritik

«Vor Ort hätte das auffallen müssen»

Kritik an NS-Uniformen bei Landesfest

VON ALEXANDER SCHIERHOLZ UND CHRISTIAN SCHAFMEISTER, 18.06.09, 20:20h, aktualisiert 18.06.09, 21:26h
Auftritt der «Wehrmacht»
Die Kritik an dem Auftritt in Thale reißt nicht ab. (FOTO: WOHLFELD)
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THALE/DESSAU/MZ. Am Tag nach der ersten Aufregung ist vor allem eine Frage offen: Wie konnte es passieren, dass beim Sachsen-Anhalt-Tag in Thale Mitglieder eines Militärtraditionsvereins aus Dessau-Roßlau in Uniformen der Wehrmacht und der Waffen-SS auftreten - und scheinbar niemand etwas davon mitbekommt?

"Spätestens vor Ort hätte auffallen müssen, dass da Leute in Nazi-Uniformen rumlaufen", kritisiert Wulf Gallert, Fraktionschef der Linken im Landtag. Wie es dazu kommen konnte, das müsse die Staatskanzlei als Veranstalter jetzt klären, fordert Gallert. Doch die sieht sich nicht zuständig. Regierungssprecherin Monika Zimmermann verweist auf das Organisationskomitee der Ausrichterstadt und die Kreise und kreisfreien Städte. Zwar gebe das Land Geld für das Landesfest. Aber, so Zimmermann: "Wir sind ja nicht im Zentralismus."

In Dessau will man unterdessen Konsequenzen aus dem Auftritt des Fördervereins für das Militärhistorische Museum Anhalt ziehen. Oberbürgermeister Klemens Koschig (parteilos) erklärte, dass sich Mitarbeiter des Kulturamtes und Vertreter der Koordinierungsstelle "Lokaler Aktionsplan für Demokratie und Toleranz" mit dem Verein treffen. Ziel sei es, sich zunächst genau über die Arbeit zu informieren.

Ob ein Sachsen-Anhalt-Tag der richtige Rahmen ist, um eine solche Arbeit öffentlich zu zeigen, daran hat Veit Wolpert zumindest Zweifel. "Militärgeschichte darzustellen ist ein legitimes Anliegen", sagt der Chef der FDP-Landtagsfraktion. "Es ist aber fraglich, ob das in einem Festumzug passieren kann." Der Verein hatte darauf verwiesen, Hakenkreuze und SS-Runen seien auf den Uniformen abgeklebt gewesen. Für Katrin Budde reicht das nicht: "Die Uniformen an sich sind Symbol genug", sagt die SPD-Fraktionschefin. Sie zur Schau zu stellen, sei "völlig unangebracht".


    
    
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