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Bernburg

Bündnis gegen Rechts kritisiert Hausverwalter

Tochterfirma der Wohnungsgenossenschaft verwaltet Markt 28 - Dort ist die NPD eingemietet

VON LARS GEIPEL, 15.06.09, 18:30h, aktualisiert 15.06.09, 20:02h
Bernburger Markt 28
Das ehemalige Regierungsgebäude am Bernburger Markt 28. (FOTO: MZ)
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Bernburg/MZ. Die WGB "Wohnungsbau- und -verwaltungsgesellschaft mbH" ist eigentlich ein grundsolides Unternehmen. Die Firma, 1995 von der Wohnungsgenossenschaft Bernburg als Tochter gegründet, verwaltet für Wohnungseigentümergemeinschaften

und einzelne Hauseigentümer laut eigener Internetpräsenz derzeit exakt 594 Wohnungen, zehn Reihenhäuser, zwei Gewerbeobjekte, 99 Garagen, sieben Tiefgaragenstellplätze und 39 Pkw-Stellplätze. Zum Aufgabengebiet gehört neben der kaufmännischen Betreuung demnach auch die technische Hausverwaltung. Fatal dabei ist: In den Genuss dieses Services kommt auch die rechtsextreme NPD.

Zum Entsetzen des "Bernburger Bündnisses für Demokratie und Toleranz - gegen Rechtsextremismus und Gewalt" und zahlreicher Bernburger gehört auch das ehemalige Regierungsgebäude am Markt 28 zu den von der "Wohnungsbau- und -verwaltungsgesellschaft mbH" verwalteten Gebäuden. Dort befinden sich - neben Arztpraxen - unter anderem auch die Bundesgeschäftsstelle der Jungen Nationaldemokraten (JN) sowie die Landesgeschäftsstelle der NPD. Darüber hinaus werden hier nach Aussage von Roland Wiermann, einem der Sprecher des Bündnisses, regelmäßig Tagungen und Schulungen der rechtsextremen Szene angeboten.

"Wir haben überhaupt kein Verständnis dafür, dass das Haus für den Eigentümer weiter durch eine Tochterfirma der Wohnungsgenossenschaft verwaltet wird", sagt Wiermann weiter. Eine Kündigung der Grundstücksverwaltung könnte aus Sicht des Bündnisses gegen Rechtsextremismus und Gewalt "ein wichtiger Schritt auf dem Wege sein, die Etablierung der Neonazis in Bernburg zu erschweren".

Auf taube Ohren stößt das Ansinnen dagegen bei der Wohnungsbau- und -verwaltungsgesellschaft mbH. Dessen Geschäftsführer Günter Feigl, früher jahrelang selbst Chef der Bernburger Wohnungsgenossenschaft, kann die ganze Aufregung überhaupt nicht verstehen: "So ein Schwachsinn, so ein Quatsch. Wenn wir das Haus nicht verwalten, dann macht es ein anderer", so Feigl. Stattdessen verweist er darauf, dass das Gebäude in Ordnung sei und es keine Schmierereien gebe: "Die Ärzte, die dort ihre Praxen haben, und deren Patienten sind uns dankbar für die Arbeit."

Mit dieser Antwort wollen sich Wiermann und die Mitstreiter beim "Bernburger Bündnis für Demokratie und Toleranz - gegen Rechtsextremismus und Gewalt" allerdings nicht zufrieden geben. "Es ist moralisch höchst zweifelhaft, dass die Wohnungsbau- und - verwaltungsgesellschaft mit einem Hauseigentümer zusammenarbeitet, der Neonazis in seinen Räumen als Mieter toleriert", meint Wiermann. Er fordert nun Swen Hempel, Geschäftsführer des Mutterunternehmens Bernburger Wohnungsgenossenschaft auf, den Vertrag zu kündigen. Hempel war Montag am späten Nachmittag für eine Stellungnahme nicht mehr zu erreichen.


    
    
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