Rock gegen Rechts
Bands setzen ein deutliches Zeichen
Die Open-Air-Veranstaltung auf dem Skaterplatz im Jürgenweg ist trotz des schlechten Wetters gut besucht
VON STEFANIE GREINER, 09.06.09, 19:28h, aktualisiert 09.06.09, 21:29h

Sieben Bands standen bei «Rock gegen Rechts» auf der Bühne. Mit dabei waren auch die Jungs von «Scarecrow». (FOTO: HEIKO REBSCH)
KÖTHEN/MZ. Es war eine Veranstaltung der Emotionen. Bei wolkenverhangenem Himmel wurde das Open-Air-Event "Rock gegen Rechts" am Samstagvormittag eröffnet. Der Skaterpark im Jürgenweg füllte sich. Organisator Jan Kiese war zuversichtlich.
Wenige Stunden später sah es ganz anders aus. Regen prasselte auf den Asphalt. Der Platz schien wie leergefegt. Niedergeschlagenheit zeichnete sich auf den Gesichtern der Veranstalter ab. Die Skater-Contests wurden in eine überdachte Lokalität verlegt. "Es war trotzdem ein gelungener Wettbewerb", bemerkte Andreas Thiele, der die Organisation der sportlichen Veranstaltung übernommen hatte.
Auch zu Beginn der Konzerte war im Hinblick auf das Wetter keine Besserung in Sicht. Hartgesottene Fans ließen sich trotz alledem nicht beirren und fanden sich vor der Bühne ein. Die erste Band des Abends war "Dark Room Retreat". Sänger Maik lobte den Hintergrund der musikalischen Veranstaltung. "Es ist der richtige Weg, um junge Leute zu erreichen", verdeutlichte der Köthener. Dieser Meinung war auch Bandkollege Marcel. "Man muss Zeichen setzen", betonte der Gitarrist.
Nach der Akustik-Rockband schlugen "The Lamplighters" härtere Töne an. Die Punkrock-Band besteht erst seit einigen Monaten. Das Publikum war begeistert. Sowohl Musiker als auch Besucher setzten mit ihrer Anwesenheit ein deutliches Zeichen gegen Rechtsextremismus. Die beiden 13-jährigen Köthener Felix und Lucas trugen ihre Meinung offen zur Schau. Auf ihrer Kleidung prangte ein großer Aufkleber mit der Aufschrift "Gegen Nazis wählen gehen". Informationsbroschüren lagen bereit. SPD-Politiker waren als Ansprechpartner vor Ort.
Jan Kiese betonte, dass Fremdenfeindlichkeit an einem Hochschulstandort wie Köthen nichts verloren habe. Dies müsse insbesondere jungen Leuten deutlich gemacht werden. Über den Tag verteilt waren 500 Jugendliche vor Ort. "Es ist eine wichtige Zielgruppe", hob Oberbürgermeister Kurt-Jürgen Zander hervor. Während sich der Regen allmählich verzog, standen "Scarecrow" und "Nothing Good To Eat" auf der Bühne. "Musik sagt mehr als tausend Worte", verdeutlichte "Scarecrow"-Sänger Eli. "Die Botschaft, die hier verbreitet wird, ist wichtig", unterstrich Zach von den "sSuted Vibez". Er rief das Publikum auf, die eigene Stimme bei der Wahl gegen rechte Parteien zu erheben. Während des Konzertes der "sSuted Vibez" fanden sich immer mehr Jugendliche vor der Bühne ein.
Gemessen an der Stimmung der begeisterten Besucher war der Auftritt der Punkrock-Band "Die Haberzettls" der emotionale Höhepunkt der Veranstaltung. Nach 17 Jahren spielte die Band am Samstag ihr letztes Konzert. Mit langjährigen rockgeladenen Stimmungsgaranten, wie "Familie Haberzettl", "Jimmy Boy", "Alkohol" und "Oma", verabschiedeten sich Schusti, Illi, Norman und Marv von ihren treuen Weggefährten. Mit zünftigem Head-Banging, Pogo und Stage-Diving verliehen die Fans ihrem Punkrock-Enthusiasmus gebührenden Ausdruck. Mehr und mehr Freunde der Band stürmten auf die Bühne. Je näher der letzte Song rückte umso sichtbarer waren die Emotionen. Beim Abschied der Punkrock-Band sorgte nicht nur der einsetzende Sprühregen für feuchte Augen.
Angesichts der deutlich voran geschrittenen Zeit konnten die "SmallTownMinds" anschließend nur noch wenige Songs bei "Rock gegen Rechts" spielen.












































