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Klares Bekenntnis gegen Rechts

Vor der Wahl: Demokratische Parteien im Stadtrat unterzeichnen offenen Brief

VON KERSTIN BEIER, 19.05.09, 19:32h, aktualisiert 19.05.09, 20:05h
Druckfrisch
Stefan Helmholz präsentiert das druckfrische Plakat. (FOTO: DETLEF ANDERS)
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QUEDLINBURG/MZ. Rechtsextreme Parteien und Gruppierungen gehören weder in das Europaparlament noch in den Quedlinburger Stadtrat. Dieses Bekenntnis haben die Fraktionen von CDU, SPD, Die Linke, FDP, QfW, Grüne / Bürgerforum, die fraktionslose Stadträtin Barbara Knöfler sowie Vertreter des Runden Tisches für Toleranz in Quedlinburg abgegeben. Mit einem offenen Brief wenden sie sich direkt an die Öffentlichkeit und bitten darin die Wähler, am 7. Juni von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen und dabei keine Stimme einer rechtsextremen Partei zu schenken. "Auch wenn DVU, Republikaner und NPD geschickt Ihre Sorgen für eigene Propagandazwecke nutzen, so sind diese doch nicht in der Lage, differenzierte Antworten auf die Fragen unserer Zeit zu geben. Stattdessen spielen sie auf der Klaviatur von Nationalismus, Ausländerfeindlichkeit, Demokratieverdrossenheit, Antisemitismus und Verharmlosung des Hitler-Regimes", heißt es in dem offenen Brief.

Der Runde Tisch Quedlinburg will mit diesem Brief ein klares Signal gegen Rechtsextremismus setzen. "Er ist ohne Gegenstimmen verabschiedet worden", und auch die unterzeichnenden Fraktionen haben sich "in großer Einmütigkeit zum Wortlaut des Briefes bekannt", erläutert Bürgermeister Eberhard Brecht (SPD). Trotz unterschiedlicher politischer Programme sei es wichtig, dass die Gemeinsamkeit der Demokraten für jeden sichtbar wird, so das Stadtoberhaupt. Auch für Stefan Helmholz als Stadtratsmitglied und Teilnehmer des Runden Tisches war es wichtig, klar zu machen, dass "Parteien wie die NPD die Probleme nicht lösen werden". Barbara Knöfler wünscht sich, dass der Stadtrat in Zukunft trotz unterschiedlicher Positionen enger zusammenrückt. Pfarrer Martin Gentz, der als Mitglied des Runden Tisches unterzeichnet hat, muss feststellen, dass "jungen, aber auch älteren Menschen die Motivation, wählen zu gehen, abhanden gekommen ist". Immer öfter sei die Frage zu hören: Was bringt das? Besonders diese Menschen seien empfänglich für knappe Antworten, die gern von Rechten gegeben werden. Das Evangelische Kirchspiel habe den Aufruf übernommen und werde ihn in der nächsten Publikation veröffentlichen. Timo Götze, Netzwerkkoordinator "Schule ohne Rassismus", hat im Namen der Schüler unterschrieben, und Stadtrat Peter Deutschbein findet es "traurig, dass wir uns mit Vehemenz diesem Thema widmen müssen. Aber einfache Antworten sind von uns nicht zu bekommen." Und der Kommentar von Andreas Damm dazu: "Quedlinburg ist bunt, nicht braun."

Zum Bekenntnis gegen Rechts gehört auch ein Plakat, gestaltet von Jugendlichen der Berufsschule während eines Wettbewerbs, den der Runde Tisch ausgelobt hatte. Dieses eindeutig Position gegen Rechts beziehende Poster wird den Wahlkampf der Parteien an ihren Ständen begleiten.


    
    
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