«Schrei nach Liebe» zur Titelverleihung
Sekundarschule Harzgerode ist jetzt «Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage»
VON SIGRID DILLGE, 17.05.09, 19:03h, aktualisiert 17.05.09, 19:22h

Vanessa Hensel und ihre Mitstreiter von der Schülerband «Stand By» treffen aus Anlass der Titelverleihung «Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage» genau die richtigen Töne. (FOTO: CHRIS WOHLFELD)
HARZGERODE/MZ. Vanessa Hensel aus der Klasse 10 a hatte etwas mit dem Tuch zu kämpfen. Doch dann konnte die 16-Jährige endlich die neue Tafel an ihrer Schule enthüllen. "Schule ohne Rassismus - Schule ohne Gewalt" verkündet sie. Die Sekundarschule ist damit die 31. Schule in Sachsen-Anhalt, die diesen Titel trägt.
Tag gut vorbereitet
Seit Beginn des Schuljahres hatten Schüler und Lehrer sich gemeinsam mit dem Elternkuratorium auf diesen Tag vorbereitet, wie Schulleiter Detlef Reimann verriet. Und dabei auch eine Patin gefunden. Schüler der siebenten Klassen hatten das Buch "Sauf ruhig weiter, wenn du meinst" von Annette Weber gelesen. Sie teilten der Autorin aus Bad Lippspringe mit, was ihnen darin gefiel, und was nicht. "Heute war ich in der Klasse, die mir geschrieben hat, zu einer Buchlesung und Gesprächsrunde. Das war eine sehr persönliche Sache", bekennt die Patin für die Titelverleihung, die auf weitere Kontakte mit den Harzgeröder Schülern hofft.
Die hatten einen dicht gepackten Projekttag absolviert, der beispielsweise einen Trommelworkshop oder ein Seminar zu interkulturellen Kompetenz enthielt. Auf dem Schulhof dann sorgte die Schülerband "Stand By" für den richtigen Ton. Zu ihr gehören Vanessa Hensel, Vanessa Krippendorf, Dave Binnemann und Patrick Heinrich. Einer ihrer Titel war "Schrei nach Liebe" von den "Ärzten", das eines der populärsten Lieder gegen Rechtsextremismus ist. Und auch die "Toten Hosen" waren in Harzgerode mit ihrem "Willkommen in Deutschland" präsent. Nicht gesungen, sondern rezitiert von Schülerinnen der 10 b. Friedenstauben stiegen im Anschluss auf.
Cornelia Habisch von der Landeszentrale für politische Bildung, machte den 178 Mädchen und Jungen, die die Sekundarschule besuchen und aus allen Orten der Verwaltungsgemeinschaft Unterharz kommen, klar, dass die Auszeichnung als Schule ohne Rassismus nicht mit der Enthüllung des Schildes aufhört. Konflikte gewaltfrei zu lösen und jemanden nicht zu diskriminieren, weil er anders ist, sei ein hoher Anspruch, den Schüler, Lehrer und Eltern immer wieder gemeinsam einlösen müssen.
Auch Harzgerodes Bürgermeister Horst Schöne und Meik Noppe, Leiter des gemeinsamen Verwaltungsamtes Unterharz, zollten den Schülern und Lehrern für die erfolgreiche Umsetzung des Projekts Schule ohne Rassismus Respekt. "Das zeigt, dass diese Schule Qualität hat. Und das ist für uns zugleich Ansporn, alles für den Erhalt der Schule zu tun", sagte Noppe. Es könne nicht sein, dass es im Harz keine einzige Sekundarschule mehr geben soll.
Gespräche werden fortgesetzt
Wichtig sei, so Noppe weiter, die starren Grenzen des Einzugsbereiches aufzubrechen. Deshalb sollen die Gespräche mit dem Landrat und Landkreis als Schulträger sowie mit den Ministerien intensiviert und fortgesetzt werden. "Die Thematik wird im Stadtrat der Einheitsgemeinde Harzgerode ab August diesen Jahres regelmäßig auf der Tagesordnung stehen", versprach Noppe.
Hoffnung auf Erhalt
Für das Schuljahr 2009 / 2010 ist die Sekundarschule Harzgerode gesichert. Das Land hat der Beschulung der Klasse 5 zugestimmt. Doch das allein reiche nicht aus, meint auch Schulleiter Reimann. Ähnlich sehen es Vanessa Bartetzko und Nicolle Sauerzapf aus der Klasse 8 b. "Wir finden die Auszeichnung unserer Schule voll schön. Schließlich hat jeder was dafür getan. Und wir hoffen, dass unsere Schule nicht geschlossen wird."























