Kein Sternmarsch gegen Rechts
Bündnis für verantwortliches Miteinander ändert Pläne für Gedenkfeier am 8. Mai
VON RONALD DÄHNERT, 23.04.09, 18:03h, aktualisiert 23.04.09, 19:43h
EISLEBEN/MZ. Der geplante Sternmarsch gegen Rechts am 8. Mai in Eisleben ist abgesagt worden. Das Bündnis für ein verantwortliches Miteinander hatte ursprünglich einen Marsch von den sowjetischen
Ehrenfriedhöfen beziehungsweise von der katholischen Gertrudkirche zum Marktplatz der Lutherstadt geplant. Diese finden nun nicht statt, auf dem Markt wird es keine Veranstaltungen geben, wie die Bündnissprecherin Maria Hahn am Donnerstag bei einem Pressegespräch mitteilte. "Wir haben den Aufwand für diese Groß-Veranstaltung offensichtlich unterschätzt", sagte sie. Sie wies in diesem Zusammenhang auch Vermutungen der Linkspartei zurück, das Ordnungsamt der Kreisverwaltung habe den Sternmarsch versucht zu verhindern. Keinesfalls habe sie als Veranstalterin den Eindruck gehabt, die Kreisverwaltung würde sich gegen diesen Sternmarsch stellen, so Hahn weiter.
Es gebe eine Menge "versammlungsrechtliche und ordnungsrechtliche Folgen und Anforderungen", die in einem Gespräch zwischen dem Amt und dem Bündnis Ende März geklärt worden seien, hieß es dazu aus dem Ordnungsamt des Landkreises.
So müssten fast 20 Ordner seitens des Veranstalters gestellt werden. Für die Märsche zum Marktplatz hätten zudem Versammlungsleiter benannt und eventuelle weitere Auflagen erfüllt werden müssen, so das Amt. Dies sei keinesfalls als ein "Verbot durch den Landkreis" anzusehen, hieß es weiter. Daraufhin haben sowohl die Stadt als auch das Bündnis den Sternmarsch in seiner ursprüngliche Form abgesagt, dies sei Anfang April dem Ordnungsamt telefonisch so mitgeteilt worden.
Dennoch wird am 8. Mai, dem Tag der Befreiung vom Hitler-Faschismus, in Eisleben eine Gedenkveranstaltung stattfinden. Nach den Kranzniederlegungen auf den beiden sowjetischen Ehrenfriedhöfen um 16 Uhr wird es in der Gertrudkirche eine halbe Stunde später ein ökumenisches Friedensgebet geben. Anschließend lesen die Theaterpädagogin Julia Raab und Landesbühnen-Schauspieler Lutz Potthoff aus dem Briefwechsel zwischen Sophie Scholl ("Die weiße Rose") und Fritz Harnagel.
Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Hövelmann (SPD) will ab 18 Uhr im Gemeindezentrum St. Gertrud über die "politischen Ziele und Strukturen der NPD" sprechen. 18.30 Uhr spielen im Pfarrgarten die Bands "De Schnongse" aus Eisleben und "Lounge Act" aus Leipzig.


















































