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«Hassvernichterin» war Gast an Allstedter Schule

Irmela Mensah-Schramm beseitigt Schmierereien von Wänden - Ausstellung in Sekundarschule

VON BEATE THOMASHAUSEN, 22.04.09, 18:12h, aktualisiert 22.04.09, 19:04h
Irmela Mensah-Schramm
Irmela Mensah-Schramm zeigt in der Sekundarschule in Allstedt ihre Ausstellung «Hass vernichtet». (FOTO: RALF KANDEL)
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ALLSTEDT/MZ. Als sie sie vom Bahnhof in Sangerhausen abholten, war sie nicht mehr als eine nette Oma für die Jugendlichen der Allstedter Sekundarschule. Aber eine Oma die es in sich hat, wie sich dann herausstellte. Irmela Mensah-Schramm ist 63 Jahre alt. Das Alter ist aber schon das Einzige, was sie in die Oma-Ecke rückt. Sie bekam Preise für ihre Zivilcourage. Der Liedermacher Gerhard Schöne verewigte sie 1996 in seinem Lied "EIne couragierte Frau", denn sie ist "Hassvernichterin aus Passion" wie sie sagt. Das heißt, sie beseitigt Naziparolen und gewaltverherrlichende Schmierereien, wo sie ihr begegnen - ob nun in der Hauptstadt, an der Küste in Bayern oder in Allstedt. Immer hat sie Utensilien in der Tasche, um Schmierereien zu entfernen oder - wenn es nicht anders geht - zu übermalen. Ein positives Symbol an die Stelle des negativen zu setzen.

Irmela Mensah-Schramm kam auf Einladung des Vereins "Project - Junge engagierte, christliche Thüringer" nach Allstedt. Der Verein führt in dieser Woche ein Projekt unter dem Titel "Gewaltig gewaltlos" an der Schule durch. Rechte Gewalt, auch durch an die Wände geschmierte Parolen, war ein Diskussionsthema. Mensah-Schramm hatte auch ihre Ausstellung "Hass vernichtet" im Gepäck, die jetzt in der Schule zu sehen ist.

Aber mit der Berlinerin ging es auch tatkräftig zur Sache. Mit sieben Schülern der Sekundarschule Allstedt machte sich Frau Mensah-Schramm auf den Weg zum Sangerhäuser Bahnhof: Parolen entfernen. "Die sieben Schüler waren begeistert bei der Sache", sagte Mensah-Schramm vor einer anderen Schülergruppe, der sie über ihre "ehrenamtliche Arbeit" berichtete und wie sie vor 23 Jahren zur "Hassvernichterin" wurde. Direkt vor ihrer Haustür nämlich, "in der feinsten Gegend von Berlin in Zehlendorf", prangte eine Naziparole an einem Mast. Nachts sei sie mit einer Leiter losgezogen, um sie entfernen zu können. Als sie damals nachts von einem Unbekannten darauf angesprochen wurde, was sie da tue, meinte sie, sie komme nur ihrer staatsbürgerlichen Pflicht nach. Denn: "Wenn ich es nicht mache, wer macht es dann?", fragte sie die erstaunten Schüler.


    
    
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