Die Germanen aus dem Nordharz
Neue Vortragsreihe im Kloster Wendhusen
erstellt 15.04.09, 18:12h, aktualisiert 15.04.09, 20:50h
THALE/MZ. Aus Anlass der Verlängerung des Thalenser Mythenweges bis zum Kloster Wendhusen wird in diesem Jahr eine spezielle Vortragsreihe im Kloster angeboten. Die Vorträge finden immer donnerstags um 19 Uhr in der Magazinscheune auf dem Klostergelände statt. Der Eintritt ist frei, Interessenten sind herzlich willkommen. Die Reihe ist chronologisch aufgebaut. Referent aller dieser Themen ist Vereinsvorsitzender und Historiker Heinz A. Behrens.
Den Auftakt bilden am 23. April die Germanen am nördlichen Harz. Unter dem Titel "Bauern, Krieger, Waffenschmiede" wird an die Varusschlacht vor 2 000 Jahren erinnert. Anhand archäologischer Befunde zeigt der Historiker die tatsächliche Besiedlung durch germanische Stämme am nördlichen Harz auf und erörtert die mögliche Bedeutung der Wallanlage auf der Roßtrappe in altsächsischer Zeit. Am 28. Mai rückt dann die Stifterfamilie des Klosters Wendhusen in den Mittelpunkt. Bei diesem Thema steht die sächsisch-fränkische Adelsgruppierung der Hessi im Zentrum genealogischer Darstellung. "Erstmals sollen dabei sensationelle neue Erkenntnisse von Verwandtschaftsbeziehungen der Hessi-Familie zu karolingischen und sächsischen Königshäusern vom 8. bis zum 10. Jahrhundert vorgestellt werden", kündigt Heinz A. Behrens an.
Die Klause der Liutbirg im 9. Jahrhundert und der Beginn der Eisenverhüttung im Harz werden dann am 20. August beschrieben. "Hier soll die mit der Hessi-Familie in engem Zusammenhang stehende Klausnerin Liutbirg ihre Würdigung erhalten und die tatsächliche Lage der Klause aufgezeigt und damit auch die frühe Besiedlung im Mittelharz durch sächsische Adelsfamilien diskutiert werden", sagt Behrens. In diesem Zusammenhang stehe der Beginn der stationären Verhüttung von Roteisenerz auf der Elbingeröder Hochfläche im 9. Jahrhundert.
Ihren Abschluss findet die Vortragsreihe am 24. September mit den Kanonissenstiften Wendhusen und Quedlinburg im 10. Jahrhundert. Der Vortrag wird die Rolle der Wendhusener Äbtissin Diemot behandeln und dabei nachvollziehen, wie sich die ursprünglich familiären Bindungen der Hessi bis zu den Liudolfingern / Ottonen und deren Familienstiftung in Quedlinburg entwickelten. In einem Exkurs wird ein baugeschichtlicher Vergleich der frühen Stiftskirchen gewagt, kündigt Heinz A. Behrens an.




















