Salzlandkreis
Trauerzug für getötete Schwangere
Einwohner von Groß Börnecke entzündeten Kerzen an einer Kirche - Auch 30 NPD-Anhänger versammelten sich
erstellt 21.02.09, 18:52h, aktualisiert 22.02.09, 15:27h

Pfarrer Ulrich Lörzer spricht am Samstag in Groß Börnecke (Salzlandkreis) während des Trauerzuges für eine getötete Schwangere. (FOTO: DPA)
Groß Börnicke/dpa. Mit einem Trauerzug haben am Samstag Einwohner von Groß Börnecke (Salzlandkreis) Anteil am Schicksal einer 27 Jahre alten hochschwangeren Frau gezeigt. Die im achten Monat
schwangere Frau war in dem 1800 Einwohner zählenden Ort vor rund zwei Wochen in ihrer Wohnung erstochen worden. Das ungeborene Kind starb
dabei auch. Nach dem 29 Jahre alten Ehemann, der aus der Türkei
stammt, wird wegen des Verdachts des Totschlags mit europäischem
Haftbefehl gesucht. Nach Angaben der Polizei nahmen an dem Trauerzug
rund 60 Menschen teil. Sie entzündeten an einer Kirche zudem Kerzen
zum Gedenken an die Frau.
Zugleich protestierten sie gegen eine Versammlung von Anhängern
der NPD in dem Ort, zu der nach Angaben der Polizei rund 30
Rechtsextreme gekommen waren, darunter der NPD-Bundesvorsitzende Udo
Voigt. Die Rechtsextremem versuchten mit ihrer menschenunwürdigen
Aktion den gewaltsamen Tod der Frau zu instrumentalisieren, erklärte
ein Sprecher des Netzwerkes gegen Rechts, für Demokratie und
Weltoffenheit des Salzlandkreises. Dies dürfe nicht hingenommen
werden. Nach Angaben der Polizei blieb es in dem Ort ruhig.
Am Samstag versammelten sich auch in Wittenberg rund 40 Anhänger
der rechten Szene und in Sangerhausen (Landkreis Mansfeld-Südharz)
rund 30. Die Polizei erteilte Teilnehmern in Wittenberg
Platzverweise und nahm Personalien auf. In Sangerhausen werde
geprüft, ob bei der Demonstration gegen das Versammlungsgesetz
verstoßen wurden, teilte die Polizei am Sonntag weiter mit.




































