Polizei-Beschwerdestelle
«Luft ablassen» mit mehr Transparenz
Innenminister glaubt an Start 2009 - Zentrale Anlaufstelle soll zwischen den Betroffenen vermitteln
erstellt 28.01.09, 07:56h
Magdeburg/ddp. Sachsen-Anhalt Innenminister Holger Hövelmann
(SPD) hat eine Zentrale Beschwerdestelle Polizei als «machbare und
vernünftige Idee» bezeichnet. Sie solle nach seinen Vorstellungen
noch in diesem Jahr ihre Arbeit aufnehmen, sagte er in einem Gespräch
mit der Nachrichtenagentur ddp in Magdeburg. Dabei plädiert der
Politiker für eine Anbindung des Gremiums an den
Landespräventionsrat. Er erhofft sich davon eine große Sachkompetenz,
zumal es bundesweit noch keine vergleichbare Institution gebe.
Die Anlaufstelle könne für noch mehr Transparenz im
Beschwerdemanagement sorgen. Von Vorteil sei, dass die Überprüfungen
außerhalb der klassischen Dienstwege stattfänden. Mit der Klärung von
Problemen würden in erster Linie Personen betraut, die außerhalb der
polizeilichen Hierarchie ständen. So lasse sich möglicherweise
verloren gegangenes Vertrauen in die Neutralität bei der Bearbeitung
von Beschwerden zurückgewinnen, erklärte Hövelmann. Dabei gelte es
festzustellen, wie die Polizei arbeitet und ob ihr Handeln angemessen
war.
Die zentrale Anlaufstelle soll künftig in Einzelfällen auch
zwischen den Betroffenen vermitteln. Eine solche Mediation
bezeichnete Hövelmann als sinnvoll, um Konflikte zu entschärfen und
möglicherweise aus der Welt zu schaffen. Als weitere Aufgaben nannte
der Minister eine Kontrolle eingehender Beschwerden und ihre
Erfassung, um auf sich entwickelnde Schwerpunkte schnell reagieren zu
können. Das Gremium stehe nicht nur Bürgern sondern auch
Polizeibeamten offen.
In der Vergangenheit hatte es in Sachsen-Anhalt immer wieder
Beschwerden über die Arbeit der Polizei gegeben, weil sie in mehreren
Fällen zu spät und nicht konsequent genug gegen rechtsextreme
Straftaten vorgegangen sein soll. Mit den Vorwürfen befasst sich ein
Untersuchungsausschuss des Landtages.
Fachleute treffen sich am Donnerstag (29. Januar) in der
Fachhochschule Polizei in Aschersleben zu einer Tagung über die
geplante Beschwerdestelle. Dabei geht es um die Rahmenbedingungen und
mögliche Organisationsmodelle.




































