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Extremismus

Magdeburg ist Thor-Steinar-Geschäft los

Im Hundertwasserhaus wird seit Freitag keine Bekleidung der Marke mehr verkauft

erstellt 09.01.09, 13:08h, aktualisiert 09.01.09, 13:14h
Magdeburger Hundertwasserhaus
Magdeburger Hundertwasserhaus (FOTO: DPA)
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Magdeburg/dpa. Im Magdeburger Hundertwasserhaus wird seit Freitag keine Bekleidung der bei Rechtsextremen beliebten Marke Thor Steinar mehr verkauft. Das Geschäft sei aufgrund einer Entscheidung des Oberlandesgerichtes Naumburg (OLG) geräumt worden, teilte der Vermieter, die Gero AG, auf dpa-Anfrage mit. Das OLG hatte im Oktober entschieden, dass das Geschäft ausziehen muss, weil der Mieter den Vermieter vor dem Einzug 2007 über sein Sortiment arglistig getäuscht habe. Der Ladenbetreiber hatte dagegen beim Bundesgerichtshof Revision eingelegt, über die noch nicht entschieden ist. Das OLG-Urteil war aber vorläufig vollstreckbar, was nun geschah.

Das im Herbst 2005 eröffnete Hundertwasserhaus in Magdeburg gilt als letztes großes Werk des österreichischen Malers und Architekten Friedensreich Hundertwasser (1928-2000) und ist bei Touristen beliebt. Der Einzug des Bekleidungsgeschäfts im Sommer 2007 hatte für erhebliche Proteste gesorgt. Zwar hatte der Vermieter - eine Firma des katholischen Bistums Magdeburg - den Mietvertrag umgehend gekündigt, der Ladenbetreiber pochte aber auf dessen Einhaltung. Das Landgericht Magdeburg hatte die Räumung in erster Instanz bereits am 13. Februar 2008 angeordnet, dagegen war der Betreiber in Berufung gegangen.

Die in Zeesen in Brandenburg ansässige Bekleidungsfirma Thor Steinar erklärte auf dpa-Anfrage, der Rechtsstreit sei unabhängig vom nun erfolgten Auszug aus dem Hundertwasserhaus noch nicht beendet. Die Revision gegen das OLG-Urteil vor dem Bundesgerichtshof werde weiter verfolgt. Seit kurzem betreibt das Unternehmen in Magdeburg bereits ein anderes Geschäft.

Nach der OLG-Entscheidung vom Oktober 2008 hätte der Ladenbetreiber dem Mieter im Hundertwasserhaus auch ohne explizite Nachfrage mitteilen müssen, dass er Bekleidung der umstrittenen Marke verkaufen wolle. Dazu sei er verpflichtet gewesen, «weil er wusste, dass in breiten Teilen der Bevölkerung diese Marke eher der rechten Szene zugeordnet wird», wie eine Sprecherin seinerzeit erklärte. Auch in anderen Städten wie Berlin oder Leipzig gab es zuletzt rechtliche Auseinandersetzungen um Steinar-Läden.


    
    
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