Salzwedel
Proteste gegen Neonazi-Aufmarsch
Rund 450 Demonstranten blockieren Rechte - Staatssekretär Erben erneut für NPD-Verbot
erstellt 27.12.08, 17:54h, aktualisiert 27.12.08, 17:56h
Salzwedel/dpa. Mehrere hundert Menschen haben am Samstag
in Salzwedel nach Angaben der Polizei mit verschiedenen Aktionen
gegen Rechtsextremismus protestiert. Auf dem Marktplatz wurde dazu
eine öffentliche Stadtratssitzung abgehalten. Sachsen-Anhalts
Innenstaatssekretär Rüdiger Erben (SPD) sprach sich dafür aus, ein
Verbot der NPD sofort einzuleiten. «Wer an dieser Stelle zögert und
mangelnde Erfolgsaussichten als Begründung anführt, der sendet nicht
nur falschen Signale in die Gesellschaft, sondern setzt das Vertrauen
in unsere Demokratie leichtfertig aufs Spiel», erklärte er laut
Mitteilung des Ministeriums.
Die NPD sei in den zurückliegenden Jahren immer militanter
geworden, und an ihrer Verfassungsfeindlichkeit bestehe kein Zweifel,
sagte Erben. Seite an Seite mit der NPD-Sitze zeigten sich
ultrarechte Kameradschaften. Der demokratische Rechtsstaat müsse sich
mit allen zulässigen Mitteln zur Wehr setzen, wozu auch das
Parteienverbot nach Artikel 21 des Grundgesetzes gehöre.
Anlass der Proteste in Salzwedel, wozu auch Vertreter der Kirchen
und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) aufgerufen hatten, war ein
Aufmarsch der NPD und anderer Rechtsextremisten in der Hansestadt.
Rund 450 Menschen stellten sich ihnen laut Polizei an einer
Kreuzung in den Weg. Durch die Blockade wurden die Rechtsextremen von
ihrer ursprünglichen Route aus der Stadt heraus mehr an den Rand der
Kommune gedrängt, hieß es. Dabei kam es zu erneuten Blockaden durch
linke Demonstranten, so dass die Rechtsextremen gegen 16.15 Uhr ihre
Versammlung beendeten. Einzelne der etwa 280 Teilnehmer des
rechtsextremen Aufmarsches warfen den Angaben zufolge Steine auf die
Polizei, die mit mehreren hundert Beamten am Ort war. Eine Beamtin
sei verletzt worden. Die Polizei begleitete die Rechtsextremen auf
dem Weg zum Bahnhof.












































