Busfahrplan rettet das Klima
Bildungsprojekt "Klima & Energie" ist zu Gast in Dessau
VON SYLKE KAUFHOLD, 29.01.09, 20:47h, aktualisiert 29.01.09, 21:35h

Im Hörsaal des Umweltbundesamtes waren Donnerstag Dessauer Schüler zu Gast. (FOTO: L. SEBASTIAN)
DESSAU/MZ. Wenn die Busfahrtzeiten so geändert würden, dass man die Möglichkeit habe, nach Dessau zu kommen, könnte man das Auto stehen lassen. Und damit einen ganz persönlichen Beitrag zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes auf der Erde leisten.
Der das sagt, ist Schüler der Ganztagsschule Zoberberg und war Donnerstag mit seinen Mitschülern sowie Schülern der 8. bis 10. Klassen des Liborius-Gymnasiums zu Gast im Umweltbundesamt. Das bundesweite Schulbildungsprojekt Multivision "Klima & Energie" im Auftrag des BUND machte Station in Dessau und lud mehr als 400 Schüler der 5. bis 11. Klassen ein, sich zum Klimawandel und über erneuerbare Energien zu informieren und darüber zu diskutieren. "Wir möchten die Jugendlichen für das Thema sensibilisieren", erklärt Sören Janssen vom Vorstand der Multivision. "Denn die heutige Jugend wird die Auswirkungen des Klimawandels deutlich zu spüren bekommen, wenn wir nicht gegensteuern." Wie jeder selbst dazu beitragen kann, auch darüber wird in den Veranstaltungen diskutiert.
Seit eineinhalb Jahren tourt Sören Janssen und sein Team mit dem Projekt durch ost- und westdeutsche Schulen. "Das Interesse ist immer da, bei den Jüngeren mehr über die emotionale Seite, bei den Älteren wird es mitunter schon wissenschaftlicher, oft auch politisch", so dessen Erfahrungen. Auch bei den drei Veranstaltungen in Dessau bestätigten sich diese. "Bei den Jüngsten gab es eine richtig schöne Diskussion, sie stellten auch sehr viele Fragen."
Bei den Acht- bis Zehntklässlern waren es nur einige wenige, die das Gespräch mitgestalteten. Die aber zeigten, dass sie sich nicht zum ersten Mal mit dem Thema beschäftigten. Das ist nicht immer so. "Obwohl die Medien intensiv berichten, haben viele Jugendlichen und auch Erwachsene kaum Wissen über Ursache und Wirkung des Klimawandels", weiß Sören Janssen. Das Bildungsprojekt erkläre Zusammenhänge und motiviere Jugendliche zum aktiven Mitmachen.
Die Dessauer Schüler zeigten sich durchaus umweltbewusst. So nutzten fast alle Bus, Bahn oder Fahrrad für ihren Schulweg. "Guckt euch nicht den Lebensstil der Erwachsenen ab", bat Janssen eindringlich. Auch das Ausstellen des mobilen Internet oder der Stand-by-Taste des Fernsehers für die Zeit des Schulbesuches bringe schon eine beachtliche Reduzierung, nannte Janssen ein weiteres Beispiel, wie jeder Einfluss nehmen könne.
Leider nutzten viel weniger Dessauer Schüler die Einladung in das Umweltbundesamt als angemeldet waren. Die gekommen waren, erlebten eine anschauliche wie praxisnahe Stunde zum Thema Klimawandel und Energiepolitik.












































