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Kritische Distanz zum verlängerten Auge bleibt

Vertrauensbildende Maßnahme nach Kamerainstallation - AJZ-Bewohner vor Ort im Polizeirevier

erstellt 22.12.08, 19:28h, aktualisiert 22.12.08, 19:47h
Arbeit im Polizeirevier
Die Diensthabenden der Leitstelle des Reviers haben die Monitore im Blick. (FOTO: MZ)
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DESSAU/MZ/AGE. "Ich finde es gut, dass wir hier sein dürfen. Doch das mulmige Gefühl, das Wissen, bei jedem Schritt vor die Tür von einer Kamera beobachtet werden zu können, bleibt", sagt Kathleen Beck, Bewohnerin in einem der Wohngeschosse des Alternativen Jugendzentrums (AJZ) in der Schlachthofstraße, am Montag nach dem Besuch im Dessauer Polizeirevier. Vier Vertreter des Vereins - Bewohner und Mitglieder - hatten am Montag Gelegenheit, die in der Leitstelle des Reviers installierten Monitore anzuschauen, sich über das Leistungsvermögen der an und in der Schlachthofstraße installierten Kameras zu informieren und ihre Bedenken auszusprechen. Etwa eine Stunde wurde hinter verschlossenen Türen diskutiert. Es gibt Vereinbarungen und weitere vertrauensbildende Maßnahmen, aber in der Konsequenz bleibt eine kritischen Distanz zur Maßnahme, hieß es anschließend.

Die Videoinstallation am Friederikenplatz sowie in der Schlachthofstraße wurde veranlasst, nachdem das Alternative Jugendzentrum in diesem Jahr mehrfach Zielscheibe von Rechten war. Flaschen flogen aus Fahrzeugen an Dessaus buntes Haus. Im Juli, August und Oktober waren Steine gegen das Jugendzentrum geschleudert worden. Die Abneigung gegenüber polizeilichen Schutzmaßnahmen ist im AJZ trotzdem groß. Andererseits war es am Montag für die Betreffenden beruhigend, sich davon zu überzeugen, dass Wohnbereiche (auch die Wohnungen umliegender Häuser) nicht von den Kameras erfasst werden. Die Mitarbeiter in der Leitstelle können die Kameras zwar in der Horizontalen bis zu 360 Grad drehen und Details zoomen. Doch in der Vertikalen ist die Technik bewusst eingeschränkt händelbar, versicherten Revierleiter Wolfgang Berger und Gerhard Degner, Verwaltungsleiter der Polizeidirektion Ost.

Während im AJZ darüber diskutiert wird, ob die Videoüberwachung nicht gleichzeitig gegen das eigene Haus genutzt werden kann, versichert die Polizei, dass "eine Erhebung von solchen Daten zu nichts führen und dazu ein eklatanter Verstoß gegen den Rechtsstaat sein würde". "Der Besucher des AJZ hat für uns keine Bedeutung, wohl aber potenzielle Störer", betonte Degner. In welchen Fällen die in der vergangenen Woche installierten Kameras zum Einsatz kommen, das will die Polizei in einer Dienstanweisung festhalten. Das AJZ soll Einblick erhalten und dazu die Möglichkeit, nochmals drei Vertreter ins Revier zu entsenden. Die könnten auch unangemeldet kommen, so die Polizei.


    
    
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