Burgenlandkreis
Rechtsextremer weiter als Schornsteinfeger im Einsatz
Mann für NPD im Kreistag - Oberverwaltungsgericht: Kehrbezirk wird nicht entzogen
erstellt 11.12.08, 19:07h, aktualisiert 11.12.08, 19:08h

Unter einem mit dunklen Wolken verhangenen Himmel steht ein Schornsteinfeger auf einem Hausdach. (FOTO: DPA)
Halle/Magdeburg/dpa. Ein Anhänger der rechtsextremen NPD aus
Laucha (Burgenlandkreis) darf zunächst weiter als
Bezirksschornsteinfeger arbeiten. Das Oberverwaltungsgericht in
Magdeburg schloss sich in einer Entscheidung vom 1. Dezember im
Wesentlichen dem Verwaltungsgericht Halle an, hieß es in einer
Mitteilung vom Donnerstag. Danach hat das Landesverwaltungsamt allein
mit der politischen Gesinnung des Mannes keine ausreichende
Grundlage, dem Schornsteinfeger seinen Kehrbezirk zu entziehen. Das
sei nur möglich bei der Verletzung von Pflichten, die mit der
Berufsausübung in Zusammenhang stehen. Das Verhalten im Privatleben
sei nur im Ausnahmefall eine Begründung.
Das Landesverwaltungsamt hatte dem Mann in dem bundesweiten
Präzedenzfall im April seinen Kehrbezirk entzogen, weil er als
führender Rechtsextremist in der Region gilt und für die NPD im
Kreistag sitzt. Nach Angaben des Amtes soll er wiederholt an
Veranstaltungen teilgenommen haben, bei denen an die Mörder Walther
Rathenaus, eines Außenministers der Weimarer Republik, erinnert
wurde. Diese Aktivitäten stellten die Glaubwürdigkeit einer
rechtsstaatlich handelnden öffentlichen Verwaltung infrage.



































