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«Bunte Weihnachten!» vor NPD-Geschäftsstelle

Bernburger wollen Freitag gegen Rechts demonstrieren - Vertreter anderer Parteien werden zu Teilnehmer sprechen

VON LARS GEIPEL, 15.12.08, 19:24h, aktualisiert 15.12.08, 21:14h
Bestimmt
"Das wollen wir in Bernburg nicht einfach hinnehmen." (FOTO: MZ)
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BERNBURG/MZ. Wenn am kommenden Freitag, dem 19. Dezember, ab 15.30 Uhr auf dem Bernburger Markt "Bunte Weihnachten!" gefeiert wird, gibt es Plätzchen und Musik. Nur Geschenkband müssen die Teilnehmer selbst mitbringen. "Ein mindestens 50 Zentimeter langer Streifen wäre perfekt", sagt Karl-Heinz Schmidt, Mitglied im Sprecherrat des "Bündnisses für Demokratie und Toleranz - gegen Rechtsextremismus und Gewalt". Doch Geschenke wollen die Mitglieder des Bündnisses ganz bestimmt nicht verteilen. Es ist vielmehr eine Aktion mit Symbolcharakter: "Aus den vielen, kleinen Bändern können wir ein langes, buntes Band knüpfen als Zeichen für unser Bündnis und als Abgrenzung zu denen, die uns schaden wollen", so Schmidt weiter.

Denen die Kundgebung gelten soll, werden sich nur wenige Meter entfernt versammeln. Im Haus Markt 28 will die rechtsextreme NPD gegen 17 Uhr ihre Landesgeschäftsstelle eröffnen. Genau in den Räumen, in denen bereits die Bundesgeschäftsstelle der Jungen Nationaldemokraten, der Jugendorganisation der NPD, ihren Sitz hat. "Das wollen wir in Bernburg nicht einfach hinnehmen", erklärt Karl-Heinz Schmidt, der gleichzeitig Kreisoberpfarrer ist. "Gegen Rechts im Allgemeinen und die NPD-Geschäftsstelle im Speziellen zu demonstrieren, ist uns eine echte Herzensangelegenheit."

Zahlreiche Aktionen

Das hat das "Bündnis für Demokratie und Toleranz - gegen Rechtsextremismus und Gewalt" schon mehrfach bewiesen. So organisierte die Vereinigung bereits im März dieses Jahres eine Demonstration gegen die Bundesgeschäftsstelle der JN unter dem Motto "Das Fass ist voll - Nein zur JN" mit knapp 700 Teilnehmern, im Sommer den "Kick gegen Rechts".

"Deutliches Zeichen"

Mit der Kundgebung am kommenden Freitag, zu der alle Bernburger und deren Gäste eingeladen sind, wollen Schmidt und die anderen Mitstreiter im Bündnis ein "deutliches Zeichen setzen". Schließlich stelle der Umzug der NPD nach Bernburg eine "Aufwertung" des Standortes Markt 28 innerhalb der neonazistischen Struktur dar, so Schmidt. "Die erstmalige Eröffnung eines NPD-Landesbüros in Sachsen-Anhalt und die Öffentlichkeitsarbeit im Vorfeld zeigen, dass die Neonazi-Kader darum bemüht sind, die NPD als ganz normale wählbare Partei darzustellen. Mit der Verlagerung der NPD-Landesgeschäftsstelle wird Bernburgs Bedeutung als ein strategischer und organisatorischer Kristallisationspunkt des Rechtsextremismus weiter verstärkt", meint der Kreisoberpfarrer: "Da dürfen und können wir nicht einfach wegschauen."

Innenminister redet

Neben Mitstreitern des Bündnisses haben auch Vertreter der Lokal- und Landespolitik ihr Kommen bereits im Vorfeld zugesagt. So werden unter anderem Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Hövelmann (SPD) und Bernburgs Oberbürgermeister Henry Schütze (parteilos) zu den Teilnehmern sprechen.


    
    
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