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Dessau

Jalloh-Prozess findet kein Ende

Verhandlung um Tod eines Afrikaners in Polizeizelle verschoben

erstellt 02.12.08, 10:50h
Gedenken an Oury Jalloh
Gedenken an Oury Jalloh: Der Mann aus Sierra Leone starb am 07. Januar 2005 in Polizeigewahrsam. (Foto: dpa)
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Dessau-Roßlau/ddp. Der für Dienstag angesetzte Verhandlungstag im Prozess um den Tod eines afrikanischen Asylbewerbers in einer Dessauer Polizeizelle ist überraschend verschoben worden. Eine Gerichtssprecherin sagte, es gebe noch Gesprächsbedarf zwischen den Prozessbeteiligten. Einzelheiten wollte der vorsitzende Richter Manfred Steinhoff nicht nennen. Nach Angaben der Nebenklage hat es einen Vorschlag des Gerichts gegeben, über den erst beraten werden muss. Details wurden mit Rücksicht auf die Verhandlungen nicht genannt. Vertreter der Nebenklage gehen davon aus, dass das Verfahren trotz der Verschiebung wie geplant am kommenden Montag (8. Dezember) mit einem Urteil beendet wird. Ob am Freitag (5. Dezember) die Plädoyers von Staatsanwaltschaft, Nebenklage und Verteidigung gehalten werden, ließ das Gericht offen.

In dem Verfahren vor dem Landgericht Dessau müssen sich zwei Polizeibeamte wegen Körperverletzung mit Todesfolge und fahrlässiger Tötung verantworten. Der Asylbewerber aus Sierra Leone war am 7. Januar 2005 bei einem Brand in seiner Zelle an den Folgen eines Hitzeschocks gestorben. Der zuvor wegen Belästigung mehrerer Frauen und Widerstandes gegen die Polizei festgenommene Mann soll die Matratze seiner Zelle angezündet haben, obwohl er an Händen und Beinen gefesselt war. Eine Rekonstruktion der Fesselung ergab, dass der Afrikaner trotz der eingeschränkten Bewegungsfreiheit das Feuer selbst entzündet haben könnte.

Aus Sicht der Staatsanwaltschaft hätte das Leben des Mannes bei einem rechtzeitigen Eingreifen der Beamten gerettet werden können. Der damalige Dienstgruppenleiter, der heute 48 Jahre alt ist, soll die Hilferufe des Afrikaners überhört und den Warnton des Rauchmelders ignoriert haben. Der mitangeklagte heute 46 Jahre alte Polizist soll bei der Durchsuchung des Mannes ein Feuerzeug übersehen haben, mit dem dieser später seine gepolsterte Pritsche in Brand setzte.


    
    
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