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Courage gegen Fremdenhass

Politiker und Bürger gedenken der Opfer zweier Weltkriege

VON ANKA STOLPER-HEINIKE, 16.11.08, 19:27h, aktualisiert 16.11.08, 21:59h
Kranz
Auch Mitglieder der Marinekameradschaft Weißenfels legten zum Gedenken an die Opfer von Kriegen und Gewalt einen Kranz nieder. (Foto: MZ)
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WEISSENFELS/MZ. Zahlreiche Weißenfelser Bürger und Vertreter der Kommunalpolitik nahmen am Volkstrauertag auf dem Weißenfelser Friedhof an einer Gedenkveranstaltung für die Opfer von Kriegen und Gewalt in der Vergangenheit und Gegenwart teil.

Thomas Junker, Pfarrer der Lutherischen Schlosskirchengemeinde St. Trinitates, erinnerte in seiner Rede daran, dass die Deutschen bereits lange in einer Zeit des Friedens leben können. Er sprach aber auch von der großen Gefahr, dies als selbstverständlich zu betrachten. Die Welt sei weiterhin voller religiöser, kultureller und politischer Gegensätze und es gelte, dem Traum vom Frieden nicht nur hinterherzulaufen, man müsse auch etwas dafür tun. Junker mahnte ein friedliches Miteinander nicht nur in der großen Gesellschaft, sondern auch im Kleinen, in Ehen und Familien an.

Auch Rüdiger Erben (SPD), Innenstaatssekretär des Landes Sachsen-Anhalt, ergriff das Wort. Es gebe Millionen von Soldatengräbern und Ruhestätten von zahllosen Opfern unsinniger Kriege, angesichts derer jeder für Frieden und Toleranz gegenüber anderen Kulturen und Glaubensrichtungen eintreten müsse. Die Gewalt in Deutschland habe ein neues Gesicht in Form von Terror und Fremdenhass. Deshalb sei von jedem Zivilcourage gefordert, vor allem im Kampf gegen extremistisches und neofaschistisches Denken. "Wir müssen dem Wolf den Schafspelz ausziehen", betonte Erben angesichts der Tatsache, das Unbelehrbare die Naziverbrechen verharmlosen und den Volkstrauertag zur sogenannten Heldenverehrung missbrauchen.

Schließlich trug der Vorsitzende des Weißenfelser Stadtrates, Jörg Freiwald (Die Linke) die Totenehrung vor. Er gedachte der gefallenen Soldaten, Verfolgten und Getöten und schloss mit den Worten "Unsere Verantwortung gilt dem Frieden". Begleitet von den Klängen des evangelischen Posaunenchors Weißenfels legten Politiker und Bürger Kränze am Denkmal für die Opfer des Zweiten Weltkrieges auf dem Friedhof nieder.


    
    
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